Auszeichnungen
Pannekopp-Orden für Schalke-Ehrenrat nach Tönnies-Äußerungen

Dortmund (dpa/lnw) - Für sein Verhalten nach dem Rassismus-Vorwurf gegen Schalke-Chef Clemens Tönnies haben die Ruhrgebietsnarren dem Ehrenrat des Fußballclubs den Schrottorden «Pannekopp 2019» zugesprochen. Das Gremium habe sich große Mühe gegeben, Tönnies wegen seiner Äußerungen über Afrikaner «nicht ernsthaft zu bestrafen». Kritisch sahen die Narren zudem die Begründung für das ausgesprochene dreimonatige Funktionsverbot des Aufsichtsratsvorsitzenden, die Aussagen seien zwar diskriminierend aber nicht rassistisch gewesen: «In Schalke muss es hunderte von Wörtern geben für Rassismus, der so nicht heißen soll», hatten die Macher des Ruhrpott-Karnevals «Geierabend» die Nominierung für den Anti-Orden begründet.

Dienstag, 25.02.2020, 13:17 Uhr aktualisiert: 25.02.2020, 13:22 Uhr

Schalke-Aufsichtsratschef Tönnies hatte in einer Rede im vergangenen Sommer beim «Tag des Handwerks» in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, sagte Tönnies. «Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren.» Nach viel öffentlicher Kritik an diesen Äußerungen hatte der Ehrenrat entschieden, der Clubchef dürfe sein Schalke-Amt drei Monate lang nicht ausüben.

Mit dem karnevalistisch-boshaften Orden aus 28 Kilo Stahlschrott «würdigen» die Jecken aus dem Ruhrgebiet «besondere Verdienste» um die Region. Bei Publikumsabstimmungen bei den «Geierabend»-Sitzungen setzte sich der Schalker Ehrenrat allabendlich gegen den zweiten Nominierten durch: Der Vorstand der Dortmunder Chorakademie für sein Handeln in der Affäre um das «Umweltsau»-Lied des WDR-Kinderchors blieb jedoch chancenlos.

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