Fußball
Fünf Mal im Himmel und zurück: Video-Wirrwarr in Leverkusen

Zum ersten Mal kam am Donnerstag der Videobeweis in der Europa League zum Einsatz. Und schon redeten nachher alle fast nur über ihn. Bayer Leverkusen litt beim 2:1 gegen den FC Porto aber nicht unter den Entscheidungen.

Freitag, 21.02.2020, 08:02 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 08:12 Uhr
Leverkusens Sven Bender (r) und Portos Alex Telles (vorne) kämpfen um den Ball.
Leverkusens Sven Bender (r) und Portos Alex Telles (vorne) kämpfen um den Ball. Foto: Federico Gambarini

Leverkusen (dpa) - Das Spiel gegen den FC Porto war für Lars Bender der «erwartet harte Kampf», doch das emotionale Auf und Ab durch den Video-Beweis fand der Kapitän von Bayer Leverkusen fast noch anstrengender. «Da wird man fünf Mal in den Himmel gehoben und kriegt fünf Mal wieder einen auf den Kopf», sagte der Ex-Nationalspieler. «Aber diesmal sind die Entscheidungen zum Glück für uns gefallen.»

Dennoch wurde am Ende fast wieder nur über den Videobeweis geredet. Und das an dessen erstem Einsatztag in der Europa League. Wer dachte, man habe seit der allgemeinen Einführung des VAR schon alle Szenarien erlebt, wurden wieder einmal eines Besseren belehrt. Keiner der Beteiligten konnte sich an eine Situation erinnern, in der ein Tor wie das von Lucas Alario (29.) erst gegeben, dann aberkannt und dann doch wieder gewertet wurde. Und dass ein Elfmeter wie der zunächst verschossene von Kai Havertz (57.) durch Intervention des VAR wiederholt wird, weil sich der Torhüter zu früh bewegt hat, war gar eine Premiere in einem UEFA-Wettbewerb.

«Einen Elfer zu verschießen, ist immer bitter. Aber am Ende ist mir das scheißegal, weil der zweite drin war», sagte der sichtlich erleichterte Havertz, für den es der erste Treffer nach zwölf Europacup-Einsätzen war. Er sei unabhängig davon «ein Befürworter des Videobeweises», versicherte der Nationalspieler. «Natürlich ist es scheiße, wenn man während der Entscheidung zwei, drei Minuten in der Kälte stehen muss», sagte der 20-Jährige. «Aber das bringt die Regel so mit sich. Aber am Ende wird es gerechter.»

Das sah sein Trainer in Bezug auf diese Szene anders. Auf die Frage, ob er den Elfmeter hätte wiederholen lassen, antwortete Bosz offen und ehrlich: «Nein. Ich nicht. Aber ich bin auch kein VAR.» Auch der Niederländer ist eigentlich ein Befürworter des Videobeweises, «aber wir dürfen es nicht übertreiben», sagte er.

Doch wirklich geärgert haben sich alle Leverkusener am Donnerstagabend nur über das Gegentor von Zé Luis 17 Minuten vor dem Ende. Das machte aus einer glänzenden Ausgangssituation für das Rückspiel am 27. Februar in Portugal eine knifflige.

«Wenn man 2:0 führt und dann ein Gegentor bekommt, kann man damit nicht zufrieden sein», sagte Bosz, der trotzdem gute Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales sieht: «Wir haben das Spiel gewonnen. Und wir schießen fast jedes Spiel ein Tor. Auch auswärts.»

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