Orkantief
Sturm „Victoria“ beschädigt Windkraftanlage in Emsdetten

Emsdetten/Essen -

Sturmböen haben in der Eifel, bei Aachen und im Sauerland erneut heftig gewütet. Umgeknickte Bäume und abgerissene Äste blockierten Bahngleise und Straßen. In Emsdetten hielt eine 30 Jahre alte Windkraftanlage nicht stand. Bei Rheine mussten etwa 200 Reisende einen IC verlassen.

Sonntag, 16.02.2020, 13:30 Uhr aktualisiert: 16.02.2020, 17:26 Uhr
Orkantief: Sturm „Victoria“ beschädigt Windkraftanlage in Emsdetten
Dem schweren Sturm hielt eine 30 Jahre alte Windkraftanlage in Emsdetten nicht stand. Foto: Jens Keblat

Ausläufer des Orkantiefs „Victoria“ sind am Sonntag mit schweren Sturmböen über NRW gefegt - zum Wochenbeginn lässt der Wind aber nach. Auch die Temperaturen fallen: Nach ungewöhnlich milden Temperaturen vor allem am Sonntag wird der Montag deutlich kühler, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes.

Am Sonntag sollte der Sturm vor allem in der Eifel und im Aachener Raum orkanartige Stärke mit Geschwindigkeiten um die 100 Kilometer pro Stunde erreichen. Bei Rheine im Münsterland stürzte ein Baum auf eine Oberleitung, etwa 200 Reisende mussten daraufhin einen Intercity verlassen. Die Fahrgäste in dem Zug von Berlin nach Amsterdam sollten am Sonntagnachmittag mit Bussen zu nahe gelegenen Bahnhöfen gebracht werden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Berlin.

Die Strecke, auf der auch Fernverkehr von Koblenz nach Norddeich unterwegs ist, wurde gesperrt, der betroffene IC konnte nicht mehr weiterfahren. IC- und EC-Züge sowie der Regionalverkehr wurden umgeleitet. Es kam zu Verspätungen und Ausfällen.

Flügel einer Windkraftanlage abgerissen

In Emsdetten hielt eine 30 Jahre alte Windkraftanlage dem schweren Sturm nicht stand. Zuerst wurde am Samstag ein Flügel abgerissen, der auf den Boden des Geländes krachte. Zum Glück wurde niemand verletzt. Am Nachmittag musste schließlich der Bereich und um die Anlage in einem Umkreis von 100 Metern evakuiert werden. Davon betroffen ist auch die Kita Kinderland Habichtshöhe, die deshalb heute geschlossen bleibt.

Der Grund: Der Wind hatte über Nacht leichtes Spiel und sorgte dafür, dass auch der zweite Flügel instabiler wurde: „Er ist bereits gebrochen und schwingt im Wind hin und her“, erklärte Wehrführer und Einsatzleiter Willi Kemper. Spezialkräfte der Berufsfeuerwehr Osnabrück waren angerückt. Höhenretter sollten das Rotorblatt entfernen. Sie brachen ihren Einsatz in 15 Metern Höhe ab – zu stürmisch!

Kaltfront zum Wochenbeginn

Auch bei Aachen und im Kreis Düren sowie in Billerbeck im Münsterland blockierten Bäume Bahngleise und Straßen. Verletzte gab es nicht. Mehrere Regionalbahnen fielen nach Angaben der Deutschen Bahn aus oder hatten Verspätung. Die Feuerwehr in der Städteregion Aachen verzeichnete am Sonntag viele Einsätze wegen umgestürzter Bäume und herabgefallener Äste. Zeitweise wurde die A44 gesperrt. In Velbert bei Düsseldorf versperrte ein umgestürzter Baum eine Straße.

Feuerwehrleute zersägten ihn. Auch im nördlichen Sauerland hatte der Sturm getobt. „Victoria“ sei jedoch in Ausmaß und Stärke nicht mit dem Orkan „Sabine“ vergleichbar, so die Experten. Am Sonntag wurden sehr milde Temperaturen von bis zu 19 Grad erwartet - am Nachmittag wurden am Köln/Bonner Flughafen 18,5 Grad gemessen. Das südwestliche NRW war demnach der wärmste Bereich am Sonntag. Laut Wetterdienst sind die hohen Werte ungewöhnlich für die Jahreszeit und ähnlich den Maxima aus demselben Zeitraum der Jahre 1986, 1991, 2012 und 2019. 1990 wurden in der mittleren Februar-Dekade 19,7 Grad im Jülicher Raum gemessen.

Zum Wochenbeginn erwartete der Wetterdienst eine Kaltfront. Die Temperaturen würden am Montag auf 13 Grad fallen. Erneut gebe es auch Schauer und Gewitter. Am Dienstag ist demnach in den Hochlagen Schnee möglich.

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