Notfälle
Bombenentschärfungen in Köln: Diesmal Uniklinik betroffen

In Köln ist am Donnerstag schon wieder eine Bombe entschärft worden, diesmal auf dem Gelände der Uniklinik. Am Sonntag könnte die nächste Evakuierung notwendig werden.

Donnerstag, 23.01.2020, 17:13 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 17:22 Uhr
Polizisten stehen an der Absperrung der Kerpener Straße vor dem Gelände der Kölner Universitätsklinik.
Polizisten stehen an der Absperrung der Kerpener Straße vor dem Gelände der Kölner Universitätsklinik. Foto: Rolf Vennenbernd

Köln (dpa/lnw) - Schon wieder eine Bombenentschärfung in Köln: Nachdem am Dienstag Bürokomplexe mit 10 000 Beschäftigten geräumt werden mussten, sind diesmal Teile der Uniklinik im linksrheinischen Stadtteil Lindenthal evakuiert worden. Etwa 550 Patienten und 8000 Mitarbeiter seien am Donnerstag betroffen gewesen, teilte die Stadt mit.

Zehn Patienten von der Intensivstation wurden mit Spezialfahrzeugen mit besonderer medizinischer Ausstattung verlegt. Außerdem mussten 5800 Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Leider habe es Probleme mit vier Personen gegeben, die sich zunächst geweigert hätten, teilte die Stadt mit. Intensive Gespräche seien notwendig gewesen, um sie zur Einsicht zu bewegen.

Um 15.17 Uhr wurde die Freigabe für die Entschärfung der Zehn-Zentner-Bombe auf dem Gelände der Uniklinik erteilt. Um 16.08 hatte der Kampfmittelräumdienst den Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. Er war am Mittwochabend entdeckt worden.

Am Sonntag könnte es weitergehen. Dann wird ein Metallgegenstand auf dem Gelände der Kölner LVR-Klinik untersucht. Sollte es sich dabei um eine Bombe handeln, müsste die Klinik mit etwa 460 Patienten evakuiert werden. Die A3 würde in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Deshalb hat die Bezirksregierung einen Sonntag ausgewählt, um die mutmaßliche Bombe ausgraben zu lassen.

Blindgänger von Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs werden die Kampfmittelräumdienste in Nordrhein-Westfalen noch jahrzehntelang beschäftigen. Etwa die Hälfte der Luftattacken gegen Nazi-Deutschland konzentrierte sich auf das heutige NRW - wegen der damals überragenden industriellen Bedeutung des Ruhrgebiets, aber auch aufgrund der geografische Nähe westdeutscher Städte zu England. Experten für Kampfmittelräumung gehen davon aus, dass sie bislang nur etwa ein Fünftel bis ein Sechstel dieser Blindgänger entfernt haben.

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