Feuerwehr gibt Entwarnung
Roter Himmel überm Ruhrgebiet: Notrufe besorgter Bürger

Gelsenkirchen (dpa) - Besorgte Bürger blockierten am Montagabend die Notrufnummer. Grund war ein riesiger Feuerschein am Himmel, der sich aber als harmlos entpuppte.

Dienstag, 14.01.2020, 06:46 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 12:05 Uhr
Feuerwehr gibt Entwarnung: Roter Himmel überm Ruhrgebiet: Notrufe besorgter Bürger
Blick von Gelsenkirchen-Buer in Richtung des Fackelturms im Stadtteil Scholven. Foto: Feuerwehr Gelsenkirchen

Wegen eines riesigen Feuerscheins über dem nördlichen Ruhrgebiet haben am Montagabend Dutzende besorgte Bürger bei den Feuerwehren in Gelsenkirchen, Bochum, Recklinghausen und Oberhausen angerufen. Die Ursache war aber kein Großbrand, sondern die Gasfackel einer Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven. Über solche meist Dutzende Meter hohen Fackeltürme werden Gase abgefackelt, die nicht genutzt werden können. Der Schein war im Umkreis von vielen Kilometern zu sehen - auch, weil die tiefstehenden Wolken den Feuerschein eindrucksvoll verstärkten, wie der Sprecher erläuterte.

Auf Twitter schrieb die Feuerwehr Gelsenkirchen: „Es handelt sich um kein Schadensereignis! Bitte blockiert nicht die Notrufnummern der Leitstellen der Feuerwehr Gelsenkirchen und der Nachbarstädte!!!”

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Auch die Feuerwehr in Recklinghausen bat die Menschen in einem Facebook-Post, den Notruf für Notfälle freizuhalten.

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Auch bei der Kreisleitstelle Wesel meldeten sich mehrere Anrufer und berichteten am Montagabend von einem Feuerschein, wie die Feuerwehr Schermbeck am Dienstagmorgen mitteilte. Vorsichtshalber sei deshalb der Bösenberg von der Feuerwehr abgefahren worden. Die Leitstelle telefonierte gleichzeitig mit der Raffinerie in Gelsenkirchen, die das Abfackeln von Gas bestätigt habe. „Dennoch ist es gut, dass sich Bürger/innen Gedanken machen, wenn sie einen Feuerschein sehen.“

Wie es zu dem Feuerschein kam

Der riesige Feuerschein über dem nördlichen Ruhrgebiet am Montagabend geht auf das Abfackeln überschüssiger Gase im BP-Werk Scholven in Gelsenkirchen zurück. Fackeln sind notwendige Sicherheitseinrichtungen einer Raffinerie, erklärte das Unternehmen auf seiner Homepage dazu. Überschüssige Gase würden zu mehr als 99 Prozent durch das Zuführen von Dampf verbrannt. Im Werk Scholven sei in den späten Abendstunden nach einem technischen Defekt eine Produktionsanlage ausgefallen. Um die Anlagen zu entlasten, seien die überschüssigen Gase über die Fackeln auf dem Werksgelände verbrannt worden. BP entschuldigte sich für entstandene Unannehmlichkeiten.

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