Prozesse
Polizist soll Bordellgast misshandelt haben: Verhandlung

Düsseldorf (dpa/lnw) - Weil er einen betrunkenen Bordellgast misshandelt haben soll, steht ein Polizist seit Donnerstag in Düsseldorf vor Gericht. Der 27-jährige Beamte ist wegen Körperverletzung im Amt angeklagt. Sein Verteidiger erklärte, sein Mandant weise den Vorwurf zurück. Für ihn sei es ein ganz normaler Einsatz gewesen.

Donnerstag, 12.12.2019, 15:33 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 15:42 Uhr
Justitia-Figur auf dem Gerechtigkeitsbrunnnen auf dem Römerberg.
Justitia-Figur auf dem Gerechtigkeitsbrunnnen auf dem Römerberg. Foto: Frank Rumpenhorst

Der Geschäftsführer eines Bordells hatte die Polizei gerufen, weil ein Gast nicht zahlen wollte und betrunken im Eingangsbereich randalierte. Weil der Mann auch gegenüber den Beamten Widerstand geleistet haben soll, sei er gefesselt und auf dem Boden fixiert worden. Dann aber soll ihm der Polizist laut Anklage das Knie in den Rücken gedrückt und ihn geschlagen haben.

Der Beamte schildert den Ablauf anders: Um den Mann zu fesseln, habe er ihm das Knie in den Rücken gedrückt und versucht, seinen Widerstand mit einem sogenannten Blendschlag zu brechen. Dieser werde in der Ausbildung gelehrt, um bei Randalierern die Körperspannung zu lösen und so das Anlegen der Handfesseln zu erleichtern.

Eine Überwachungskamera des Bordells hatte den Einsatz aufgezeichnet, die Aufnahmen wurden am Donnerstag gezeigt. Das Geschehen war dabei aber teilweise durch den Rücken der handelnden Beamten verdeckt. Bei einer rechtskräftigen Verurteilung zu mehr als einem Jahr Haft droht dem angeklagten Polizisten die Entlassung, der Verlust des Beamtenstatus und der Pensionsansprüche. Weil am Donnerstag mehrere Zeugen fehlten, soll das Verfahren in einer Woche fortgesetzt werden.

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