Land weist viertes Verdachtsgebiet aus
Wolf-Alarm im Bergischen

Düsseldorf -

Es sind bisher nur einzelne Tiere. Aber die genießen eine extrem hohe Aufmerksamkeit – weil es Wölfe sind. Im Südwesten von NRW haben sich die Hinweise auf einen vierten „ortstreu“ gewordenen Wolf bestätigt.

Dienstag, 03.12.2019, 19:30 Uhr
In Nordrhein-Westfalen sind jetzt offiziell vier Wölfe „ortstreu“ geworden
In Nordrhein-Westfalen sind jetzt offiziell vier Wölfe „ortstreu“ geworden Foto: Sabine Baschke/dpa

Das Umweltministerium will deshalb in dieser Woche das Wolfsverdachtsgebiet „Oberbergisches Land“ neu ausweisen, wie Staatssekretär Heinrich Bottermann am Dienstag in Düsseldorf ankündigte. „Wir müssen darauf reagieren, um das Miteinander von Wolf und Mensch besser zu organisieren.“ Noch fehlt der letzte Nachweis, aber Zweifel haben die Experten nach mehreren vermutlich von einem Wolf gerissenen Tieren nicht mehr.

Das neue Verdachtsgebiet umfasst auf rund 900 Quadratkilometern Teile des Rein-Sieg-Kreises, des Oberbergischen und des Rheinisch-Bergischen Kreises. Dort hat sich eine Wölfin niedergelassen, die auch schon im benachbarten Rheinland-Pfalz gesichtet wurde. 15 Risse seien seit Juli gemeldet worden, bei zwölf stehe der letzte Nachweis aber noch aus, berichtete der Chef des Landesumweltamtes, Thomas Delschen.

Wie in den drei seit 2018 erklärten Wolfsgebieten Senne, Schermbeck und Eifel/Hohes Venn gelten im neuen Verdachtsgebiet dann besondere Förderbedingungen für die Prävention: Die Kosten für 1,20 Meter hohe Spezialzäune, mit denen Nutztierhalter ihre Schafe, Ziegen oder Gehegewild vor Wölfen schützen können, übernimmt das Land. Bislang seien dafür im laufenden Jahr rund 885.000 Euro aufgelaufen, sagte Bottermann.

Bundesweit sind 105 Wolfsrudel registriert, dazu kommen 25 Paare und 13 Einzelgänger – inklusive der vier Tiere aus NRW. Die Experten gehen davon aus, dass daraus später Paare und Rudel werden.

Wölfe stehen unter Naturschutz – das sei ein sehr starker Schutz, wie der Staatssekretär betont. Deshalb sei die „Entnahme“, also der Abschuss einzelner Wölfe, nur unter ganz strengen Vorgaben möglich. Damit reagierte er auf die Diskussionen um das Verhalten der im Gebiet Schermbeck lebenden Wölfin, die mehrfach die extra hohen, mit Strom gesicherten Schutzzäune überwunden und Schafe gerissen hat.

Bei solchen Fällen spreche man von einem „Problem-Wolf“, erläuterte Bottermann. Das Tier werde genauer beobachtet, um die Probleme gerichtsfest dokumentieren zu können. Nur so begründet könne eine Entnahme angeordnet werden. Selbst wenn es soweit komme, zeige ein aktueller Fall aus Niedersachsen, dass es Monate dauern kann, bevor ein Tier gesichtet wird.

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