Kriminalität
«Verschissmuss» auf Trauerschleife: SPD schaltet Anwalt ein

Mülheim an der Ruhr (dpa/lnw) - Die SPD-Ratsfraktion in Mülheim fühlt sich durch einen peinlichen Rechtschreibfehler auf einer von ihr in Auftrag gegebenen Trauerschleife brüskiert. Am Samstag war bei einer Kranzniederlegung zum Volkstrauertag im Stadtteil Dümpten aufgefallen, dass die Beschriftung auf der Trauerschleife der Fraktion lautete: «Den Opfern von Krieg und Verschissmuss» anstatt «Den Opfern von Krieg und Faschismus», wie ein Sprecher am Sonntag bestätigte.

Sonntag, 17.11.2019, 16:25 Uhr aktualisiert: 17.11.2019, 16:32 Uhr
Das Logo der SPD an einem Revers.
Das Logo der SPD an einem Revers. Foto: Sebastian Gollnow

Die SPD gehe nun mit einem Rechtsbeistand dem Verdacht nach, ob es sich um einen gezielten Sabotageakt handele, sagte Rodion Bakum, Mitglied im SPD-Fraktionsvorstand, der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatten «Rheinische Post» und «WAZ» online berichtet. Das Thema war am Sonntag auch in den sozialen Medien hochgekocht. Die SPD-Fraktion hatte sich auf ihrer Facebook-Seite für den Vorfall «ungeachtet der möglichen Ursachen» entschuldigt.

Bakum ging davon aus, dass es nicht um ein einfaches Versehen handeln könne. Er vermute eher, dass dem Ansehen der SPD geschadet werden sollte. Der Text auf der Trauerschleife der SPD-Ratsfraktion sei jedes Jahr derselbe und vom Fraktionsbüro an die zuständige Gärtnerei in korrekter Schreibweise übermittelt worden. Diese habe in diesem Jahr allerdings erstmals eine neue Schleifendruckerei in Essen beauftragt.

Nun werde geprüft, ob der Fehler dort entstanden und womöglich bewusst herbeigeführt worden sei. In der Druckerei habe man zwar eine Verwechslung der Anfangsbuchstaben F und V eingeräumt, weil das Bestellungsfax unleserlich gewesen sei. «Das erklärt aber noch nicht, wie das gesamte Wort so stark abgeändert werden konnte», sagte Bakum weiter.

Auch SPD-Ratsherr André Kasberger, der bei der Kranzniederlegung dabei war, wunderte sich nach eigenen Angaben über das neugebildete Wort «Verschissmuss» - und schnitt es kurzerhand mit dem unteren Teil der Schleife ab. «Das kommt ja nicht von ungefähr», sagte er am Sonntag, «zumal man auch in Verwendung von zweimaligem Doppel-s durchaus etwas hineindeuten kann.»

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7072330?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819389%2F
Nachrichten-Ticker