Feste
Ministerin übt Kritik an Kräftemessen um Weihnachtsbaum

Viele Städte stellen in diesen Tagen große Weihnachtsbäume auf ihren Marktplätzen auf. Für NRW-Umweltministern Ursula Heinen-Esser wird das kritisch, wenn es in ein «Kräftemessen» ausarte.

Sonntag, 17.11.2019, 14:39 Uhr aktualisiert: 17.11.2019, 14:52 Uhr
Ursula Heinen-Esser (CDU), Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen.
Ursula Heinen-Esser (CDU), Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen. Foto: Christian Charisius

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) kritisiert die Rekordjagd mancher Kommunen um die größte Tanne in der Adventszeit. «Was mich stört sind bisweilen regionale und auch überregionale Kräftemessen um den gewaltigsten Weihnachtsbaum», sagte Heinen-Esser der Deutschen Presse-Agentur.

«Selbstverständlich ist es den Kommunen unbenommen, Advent und Weihnachten öffentlich nach ihren Wünschen und Vorstellungen zu feiern», so Heinen-Esser. Dazu gehöre «in der Regel auch ein Weihnachtsbaum als zentraler Begegnungspunkt». Und oft stünden diese Bäume ohnehin zum Fällen an. Das Kräftemessen störe sie aber, «denn jeder Baum ist besonders.»

In Dortmund, wo seit 1996 nach Angaben der Veranstalter jährlich der größte Weihnachtsbaum der Welt aus bis zu 1700 einzelnen Rotfichten aufgebaut wird, verteidigte man am Sonntag diese Tradition: «Umfragen haben ergeben, dass unser Rekordbaum für viele Menschen eine sehr wichtige Rolle beim Besuch des Weihnachtsmarktes spielt. Sogar aus China und Japan kommen Menschen, um ihn zu sehen», sagte Verena Winkelhaus vom Markthandel- und Schaustellerverband Westfalen. Die Einzelfichten würden eigens und nachhaltig im Sauerland gezüchtet.

Auch in Köln sieht man keinen Grund, auf den jährlich rund 25 Meter hohen Baum zu verzichten. Es gehe nicht um Wettbewerb, sondern um Nachhaltigkeit, sagte Monika Flocke von der Kölner Weihnachtsgesellschaft am Sonntag auf dpa-Anfrage. Die Rotfichte stamme auch diesmal aus einem Privatgarten und hätte aufgrund von Schäden durch die Witterung der vergangenen Jahre ohnehin im nächsten Sommer gefällt werden müssen. «Wir beauftragen eigens einen Förster, der nach solchen Bäumen Ausschau hält und die Besitzer fragt, ob sie für unseren Weihnachtsmarkt entnommen werden dürfen. So verbringt der Baum seine letzten Tage vor der Domkulisse mitten in Köln», so Flocke. Die 92 Jahre alte Besitzerin der Fichte freue sich darüber, dass ihr Baum jetzt den Roncalliplatz schmücke. Nach dem Fest würden die Zweige dann an Tiere im Kölner Zoo verfüttert.

Die in Dortmund und Köln betonte Nachhaltigkeit legte Ministerin Heinen-Esser auch Privatleuten ans Herz: «Wer sich um den Wald sorgt, muss aber nicht auf einen Christbaum verzichten. Hier gilt für den öffentlichen wie für den heimischen Weihnachtsbaum: Bei der Anschaffung eines Weihnachtsbaums sollte man auf heimischen Anbau und kurze Transportwege achten.»

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