Gesundheit
Tod durch vergiftete Glukose: Apotheken dürfen wieder öffnen

Köln (dpa/lnw) - Nach dem Tod einer jungen Mutter und ihres Babys durch vergiftete Glukose aus einer Kölner Apotheke dürfen die drei Apotheken des Betreibers wieder öffnen. Die Herstellung eigener Arzneimittel bleibe aber weiterhin untersagt, wie das Gesundheitsministerium in Abstimmung mit der Stadt Köln am Freitag mitteilte. Die Herstellung bleibe untersagt, bis Maßnahmen eingeführt seien, die eine solche Verunreinigung in Zukunft ausschlössen.

Freitag, 11.10.2019, 15:43 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 15:52 Uhr

Zuvor waren die Apotheken aus Sicherheitsgründen vorläufig geschlossen worden und hatten nur noch Pflegeheime beliefern dürfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen zwei Mitarbeiter des Geschäfts wegen fahrlässiger Tötung. Die Verunreinigung der Glukose sei eher auf ein Versehen als auf Vorsatz zurückzuführen, sagte der Kölner Staatsanwalt Ulrich Bremer am Freitag.

Die Beschuldigten hätten sehr umfangreiche Aussagen zu ihren Aufgaben und den Abläufen in der Apotheke gemacht. Die giftige Substanz - Lidocainhydrochlorid - sei in einem sehr ähnlichen Gefäß gelagert gewesen wie die Glukose. «Es gibt keine Anhaltspunkte, die in Richtung Vorsatz führen», sagte Bremer.

Eine Frau und ihr durch einen Notkaiserschnitt geborenes Baby waren Mitte September an Organversagen gestorben. Zuvor hatte die 28-Jährige eine Glukose-Mischung aus der Kölner Apotheke zu sich genommen. Das Präparat war Teil eines Routinetests auf Diabetes in der Schwangerschaft. Erst einige Tage später wurde die Öffentlichkeit informiert und der betroffenen Apotheke untersagt, Medikamente abzufüllen oder selbst zu mischen, bevor sie schließlich ganz geschlossen wurde.

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