Fußball
Bayer: «Dann müssen wir eben für eine Überraschung sorgen»

Eine Heimniederlage gegen den wohl leichtesten Gegner - der Traum vom Achtelfinale scheint für Bayer Leverkusen schon nach dem ersten Gruppenspiel der Champions League ausgeträumt. Doch Sportdirektor und Trainer fordern eine Trotzreaktion.

Donnerstag, 19.09.2019, 07:01 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 07:13 Uhr
Muss sich nach dem Spiel ärgern: Leverkusens Trainer Peter Bosz.
Muss sich nach dem Spiel ärgern: Leverkusens Trainer Peter Bosz. Foto: Rolf Vennenbernd

Leverkusen (dpa) - Dem bitteren Auftakt-Patzer mit Slapstick-Gegentoren folgte quasi der Befehl zur kleinen Sensation. «Dann müssen wir eben an anderer Stelle für eine Überraschung sorgen», sagte Bayer Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes nach der 1:2 (1:2)-Heimniederlage zum Champions-League-Auftakt gegen Lokomotive Moskau. Und Trainer Peter Bosz forderte: «Wir müssen jetzt Punkte holen, wo es keiner von uns erwartet. Normalerweise hätten wir heute drei Punkte holen müssen. Das haben wir nicht getan, also müssen wir sie woanders holen.»

Das ist aber sicher leichter gesagt als getan: Die beiden anderen Gegner in der Gruppe heißen Juventus Turin, Finalist von 2017 und Nummer fünf der UEFA-Rangliste. Und Atlético Madrid, Finalist von 2014 und 2016 und Nummer zwei der Klub-Tabelle. Aber auch Torhüter Lukas Hradecky gab die Hoffnung nach dem Nackenschlag zu Hause gegen das vermeintlich schlechteste Team der Gruppe nicht auf. «Ich werde nie den Glauben an meine Mannschaft verlieren», sagte Hradecky: «Champions League ist sowieso nie ein Spaziergang im Park.»

Der Finne war am Mittwoch aber die tragische Person. Sein missglückter Ball in die Füße von Dimitri Barinow (37.) verursachte nach dem 0:1 von Grzegorz Krychowiak (16.) und dem Ausgleich durch ein Eigentor des früheren Weltmeisters Benedikt Höwedes (25.) das entscheidende 1:2. Seine Mitspieler nahmen den Torhüter in Schutz. «Solche Fehler passieren immer wieder, und sie dürfen auch passieren», sagte Nationalspieler Jonathan Tah. «Wir hätten das Spiel trotzdem gewinnen können. Lukas hat uns so oft gerettet. Jetzt hätten wir ihn mal retten können. Leider haben wir das nicht geschafft.»

Hradecky, der große Spaßvogel des Teams, konnte nach dem Spiel zwar durchaus noch lachen, der Frust war ihm aber dennoch auch anzumerken. «Ich möchte mich bei meinen Mitspielern und allen Fans entschuldigen», sagte der 29-Jährige. «Das war schlampig von mir. Aber es war sicher nicht mein letzter Fehler.»

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