Kriminalität
30-Jährigen nach Tötung seiner Eltern angeklagt

Bonn (dpa/lnw) - Nach der Tötung seiner Eltern muss sich ein 30-Jähriger aus Weilerswist bald vor dem Bonner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Bonn klagte den Sohn wegen zweifachen Mordes aus niedrigen Beweggründen an, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte. Der Angeklagte soll seine Eltern, mit denen er in Weilerswist bei Bonn unter einem Dach lebte, Ende April mit zahlreichen Messerstichen angegriffen haben, weil er sich von ihrer Kritik «genervt gefühlt» habe und «einfach Ruhe haben» wollte.

Dienstag, 20.08.2019, 16:35 Uhr aktualisiert: 20.08.2019, 16:42 Uhr
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Zunächst habe der Angeklagte den 62-jährigen Vater mit 30 Messerstichen im Schlafzimmer in der ersten Etage getötet, anschließend erwischte er seine 60-jährige Mutter im Eingangsflur, als sie gerade den Notruf gewählt und die Polizei um Hilfe angefleht hatte, so die Staatsanwaltschaft. Dann soll der Sohn auch sie mit 30 Messerstichen tödlich verletzt haben. Als die Beamten eintrafen, lag die Frau im Sterben und konnte nicht gerettet werden.

Der 30-Jährige soll bei seiner Festnahme massiven Widerstand geleistet haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler war der Sohn zur Tatzeit zwar stark alkoholisiert, soll sich aber in keinerlei psychischem Ausnahmezustand befunden haben und entsprechend voll schuldfähig sein. Der Angeklagte gibt hingegen an, dass er Wahnvorstellungen gehabt habe. Wann der Prozess beginnt, ist nach Angaben des Gerichts noch nicht terminiert.

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