Vorbestrafter 24-Jähriger auf der Flucht
Polizei nimmt mutmaßlichen Vergewaltiger in Senden fest

Nottuln/Darup/Senden/Bergkamen -

Die Polizei hat am Donnerstag im Kreis Coesfeld nach einem 24-Jährigen gefahndet, der in Bergkamen eine Bekannte vergewaltigt haben soll. Am Nachmittag wurde dieser in Senden festgenommen. Nach einem Fahndungsaufruf hatte sich ein weiteres Opfer gemeldet.

Donnerstag, 15.08.2019, 11:39 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 21:53 Uhr
Vorbestrafter 24-Jähriger auf der Flucht: Polizei nimmt mutmaßlichen Vergewaltiger in Senden fest
Mit einem Großaufgebot war die Polizei am Donnerstagmorgen in Nottuln-Darup im Einsatz. Foto: Marek Walde

Kurz nach 15 Uhr haben am Donnerstag Beamte der Polizei einen bis dahin flüchtigen mutmaßlichen Sexualstraftäter in Senden ergriffen. Der Russland-Deutsche wurde nach einem kurzen Fluchtversuch gestellt und an das Amtsgericht Dortmund überstellt, teilte die Polizei mit.

Suche per Hubschrauber und Polizeihunden

Vorangegangen war eine großangelegte Suchaktion der Polizei im Kreis Coesfeld, die sich auf den Bereich ­Nottuln konzentrierte. Gegen 8 Uhr am Morgen entdeckte den 24-Jährigen eine Streife auf dem Schulhof der Sebastian-Grundschule in Nottuln-Darup. Die Beamten nahmen direkt die Verfolgung auf, der Mann entkam jedoch mit dem Fahrrad.

Daraufhin durchsuchte die Polizei die Umgebung mit einer Hundertschaft, ei­nem Hubschrauber und einem Spürhund. Der Hinweis eines Zeugen in Senden, der den Gesuchten erkannt und sofort den Polizei-Notruf gewählt hatte, führte nach knapp sieben Stunden schließlich zur Ergreifung des Täters.

Als dieser die Streifenwagenbeamten erkannte, setzte er abermals zur Flucht an. Im Sprint waren die Beamten aber schneller, brachten den Tatverdächtigen zu Boden und setzten ihn ohne weitere Gegenwehr fest.

Gesuchter bereits zu einer Jugendhaftstrafe verurteilt

Der 24-Jährige soll am 11. August in Bergkamen eine 21 Jahre alte Bekannte auf einer Wiese brutal ver­gewaltigt haben. Daraufhin suchte ihn die Polizei per Haftbefehl. Eine 16-Jährige meldete sich inzwischen als weiteres Opfer.

Bereits 2012 war der jetzt festgenommene Mann im Kreis Coesfeld ­wegen Vergewaltigung zu einer Jugendstrafe verurteilt worden, welche er auch ­verbüßte. Der Mann nimmt nach Angaben der Staats­anwaltschaft am Rückfallprogramm „Kurs“ („Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern“) teil. Das Programm richte sich an rückfall­gefährdete Sexualstraftäter nach ihrer Haftentlassung. Das Konzept könne je nach Einzelfall von Hilfe­stellungen bei der Resozialisierung bis hin zu enger ­Begleitung reichen, so ein Sprecher des Landeskriminalamtes. Ein Rückfall sei aber nie auszuschließen.

Zum Thema: Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern

Das Programm richtet sich an rückgefallgefährdete Sexualstraftäter nach ihrer Haftentlassung. Zur Zeit werden in NRW 1082 Probanden betreut, meist für fünf Jahre. Das Konzept könne je nach Einzelfall von Hilfestellungen bei der Resozialisierung bis hin zu enger Begleitung reichen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes. 2460 Menschen haben das Programm durchlaufen.

Eine mögliche Rückfalltat könne nie gänzlich ausgeschlossen, aber deutlich reduziert werden, betonte der Sprecher. Belegt sei eine Rückfallquote von etwa drei Prozent.

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