Prozesse
Schuss auf Kollegen: Prozess gegen Polizisten beginnt

Ein Polizei-Schießtraining endet tragisch: Ein Beamter wird von einer Kugel getroffen und stirbt. Sein Kollege steht nun wegen fahrlässiger Tötung in Bonn vor Gericht.

Donnerstag, 15.08.2019, 03:42 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 03:52 Uhr
Eine Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia.
Eine Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. Foto: Arne Dedert

Bonn (dpa/lnw) - Nach einem tödlichen Schuss auf einen Kollegen beginnt heute vor dem Bonner Landgericht der Prozess gegen einen jungen Polizisten. Die Staatsanwaltschaft hat den 23-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Er soll der Anklage zufolge einen Schuss auf seinen Kollegen abgegeben haben, in der irrigen Annahme, es handele sich um eine Übungswaffe und nicht um eine echte Pistole. Das 23 Jahre alte Opfer wurde von einer Kugel in den Hals getroffen und starb zwei Wochen später.

Die Polizisten hatten am 26. November 2018 zunächst auf dem Gelände der Bundespolizei Sankt Augustin mit Waffenattrappen trainiert. Danach sollten sie im Bonner Polizeipräsidium ein Training am Schießstand absolvieren und dafür ihre scharfen Dienstwaffen holen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft zielte der Angeklagte aus Spaß auf seinen Kollegen und verwechselte dabei die Waffen.

Der Angeklagte dagegen schildert einen anderen Ablauf. Demnach habe sich der Schuss gelöst, als er seine Dienstwaffe überprüfen wollte. Ein Geräusch habe ihn erschreckt, so dass er versehentlich an den Abzug gekommen sei.

Das Landgericht hat für den Prozess insgesamt vier Verhandlungstage bis zum 2. September angesetzt.

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