Bildung
Bonn darf sich «Exzellenzuni» nennen: Köln verliert Titel

Freude und Enttäuschung liegen in zwei Uni-Städten am Rhein nah beieinander. Bonn jubelt über seine neue «Exzellenzuni», während Köln sich von diesem Titel verabschieden muss. Einzig die Vorreiterin des Landes bleibt dieselbe.

Freitag, 19.07.2019, 18:33 Uhr aktualisiert: 19.07.2019, 18:42 Uhr
Bildung: Bonn darf sich «Exzellenzuni» nennen: Köln verliert Titel
Foto: Julian Stratenschulte

Bonn (dpa/lnw) - Fünf NRW-Unis wollten es werden, zwei haben ihr Ziel erreicht: Neben der Aachener Uni darf sich künftig auch Bonn «Exzellenzuniversität» nennen. Die Universität Köln musste ihren Titel hingegen abgeben, wie Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Freitag in Bonn mitteilte. «Wir mussten uns heute noch einmal für die Besten der Besten entscheiden», sagte sie im Namen der Auswahlkommission. Bochum und Münster, die ebenfalls im Rennen waren, müssen ebenfalls auf die millionenschwere Förderung verzichten. So hat Nordrhein-Westfalen weiterhin mit Aachen und Bonn zwei «Exzellenzunis».

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wurde erstmals als «Elite-Uni» ausgezeichnet. «Der heutige Tag ist ein Meilenstein in der 200-jährigen Geschichte unserer Universität», sagte Rektor Michael Hoch. «Unsere Anstrengungen waren fruchtbar, die Leistungsfähigkeit unserer Universität hat im harten Wettbewerb überzeugt.» Die RWTH Aachen trägt den Titel bereits seit 2007.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gratulierte den Ausgezeichneten und lobte: «Der Erfolg beider Universitäten und die Gesamtbilanz bei der Exzellenzstrategie belegen erneut die hohe Qualität von Wissenschaft und Forschung in unserem Land.» NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) kündigte an, mit dem kürzlich beschlossenen Hochschulgesetz die Position der Hochschulen weiter verbessern zu wollen.

An der Kölner Uni, die seit 2012 den «Exzellenz»-Titel trug, war die Enttäuschung nach der Verkündung derweil groß: «Wir sind in einem harten Wettbewerb mit den besten deutschen Universitäten unterlegen», sagte Rektor Axel Freimuth. Wie bereits mehrere Studierendenverbände kritisierte auch der Asta in Köln, die Lehre spiele bei dem Wettbewerb keine Rolle.

Der Rektor der Universität Münster, Johannes Wessels, betonte: «Natürlich sind wir enttäuscht, weil wir schon heute zu den forschungsstärksten Universitäten in Deutschland zählen und wir mit unserem Konzept unser Potenzial für die Zukunft gut herausgearbeitet haben.»

Für ihre Exzellenzstrategie stellen Bund und Länder jährlich rund 533 Millionen Euro zur Verfügung. 148 Millionen davon gehen an die «Exzellenzunis», der Rest direkt an sogenannte «Exzellenzcluster». Die Förderung der ausgezeichneten Unis beginnt ab Anfang November. Neu ist, dass der Staat Unis nun auch dauerhaft fördern will. Nach sieben Jahren soll überprüft werden, ob die «Elite-Unis» noch die Fördervoraussetzungen erfüllen. Wenn ja, fließen die Extra-Millionen weiter.

Neben den NRW-Unis erhielten auch die Technische Universität Dresden, die Universität Hamburg, die Universität Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie, die Universität Konstanz, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Technische Universität München und die Eberhard Karls Universität Tübingen den begehrten Titel. Außerdem wurde der Berliner Verbund aus Freier Universität, Humboldt-Universität und Technischer Universität ausgezeichnet.

Um sich als «Exzellenzuni» bewerben zu können, müssen Hochschulen mindestens zwei «Exzellenzcluster» vorweisen können. Das sind fachübergreifende Forschungsprojekte, die eigene Fördermittel erhalten. So wird in Bonn etwa ein Robotik-Projekt unterstützt.

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