Bau
Ende des «Weißen Riesen»: Wohnblock in Duisburg gesprengt

48 000 Tonnen Schutt auf einen Schlag: In Duisburg ist eines der größten Wohnhäuser Nordrhein-Westfalens gesprengt worden. Tausende Tonnen Schutt blieben übrig.

Sonntag, 24.03.2019, 12:54 Uhr aktualisiert: 24.03.2019, 13:02 Uhr
Bau: Ende des «Weißen Riesen»: Wohnblock in Duisburg gesprengt
Foto: Bernd Thissen

Duisburg (dpa/lnw) - In nur wenigen Sekunden ist ein riesiger Wohnblock aus den 1970er Jahren in Duisburg zu einem gigantischen Schutthaufen eingestürzt. Das «Weißer Riese» genannte Hochhaus wurde am Sonntag um 12 Uhr mittags nach Plan mit rund 290 Kilogramm Sprengstoff gesprengt. Eine gewaltige Staubwolke hüllte die Umgebung und Nachbarhäuser ein. Übrig blieben rund 48 000 Tonnen Schutt.

«Es ist so gefallen, wie es fallen sollte», sagte der zuständige Abbruchunternehmer Bernd Zaum erleichtert im WDR. «Das ist eine Riesenlast, die von den Schultern fällt.» Nur zwei bis drei Mal im Jahr gebe es in Deutschland Sprengungen in solch einer Dimension. 2500 Menschen hatten die Gefahrenzone zuvor verlassen müssen. Während der Sprengung hielt die Feuerwehr zahlreiche Wasserfontänen auf den einstürzenden Koloss, um den Staub zu binden.

Das 22-Etagen-Haus aus dem Jahr 1972 hatte einst 320 Wohnungen. Seit vielen Jahren war es nicht mehr bewohnt und galt zuletzt als «Bausünde». Der Abriss gehört zu einer Reihe von Maßnahmen, mit denen die Stadt den Stadtteil Hochheide aufwerten will. Insgesamt sollen drei der sechs riegelförmigen Hochhäuser demnächst abgerissen werden. Auf dem Gelände soll ein Park entstehen. In den noch bewohnten Nachbarhäusern fanden am Sonntag «Abriss-Partys» mit Blick auf den fallenden Wohnblock statt.

Tausende Menschen hatten die Häuser einst beherbergt. Die Hochhäuser galten einst als Vorzeigeprojekt mit großzügigen, modernen Wohnungen und toller Aussicht. Doch immer mehr Bewohner verließen in den vergangenen Jahren die anonymen Wohnblocks, die zusehends verfielen und inzwischen als «Schandfleck» gelten.

Das am Sonntag gesprengte Hochhaus war schon seit 2003 nicht mehr bewohnt. Rund 300 Tonnen Taubenkot hatte sich nach Angaben Zaums in dem Gebäude gesammelt. Für die Sprengung wurde das Stahlbeton-Haus entkernt. Die 48 000 Tonnen Schutt werden laut Zaum in den nächsten Monaten zu Schotter gemahlen.

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