Verkehr
ADAC: Mehr Staus auf den Autobahnen in NRW

Viele Autobahnbrücken sind marode, auch viele Autobahnabschnitte müssen saniert werden. Die Staus haben vor dem Hintergrund laut ADAC zugenommen. Das Land kommt mit anderen Methoden zu anderen Zahlen. 

Donnerstag, 17.01.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 10:15 Uhr
Autos stauen sich auf der Autobahn A3 bei Köln in Richtung Oberhausen.
Autos stauen sich auf der Autobahn A3 bei Köln in Richtung Oberhausen. Foto: Rolf Vennenbernd

Die Staus auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen haben einer ADAC-Erhebung zufolge deutlich zugenommen. Laut Daten des Automobilclubs kam es 2018 auf den mehr als 2200 Autobahnkilometern des einwohnerreichsten Bundeslandes zu fast 264.000 Staus (2017: rund 251 000). Dabei steckten die Fahrer etwa 154.000 Stunden im Stau (2017: 143 000), teilte der ADAC am Donnerstag mit. Alle Staus auf den Autobahnen im Pendlerland Nummer 1 zusammengenommen hätten 2018 eine Länge von knapp 486 000 Kilometern (2017: 455 000) ergeben. Das bedeute einen Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Land hat andere Zahlen

Damit kommt der Automobilclub zu einem anderen Trend bei der Staulänge als das NRW-Verkehrsministerium, das auf einer anderen Datenbasis und Staudefinition zum Jahreswechsel von leichten Verbesserungen berichtet hatte. Das Land ermittelt Staus über 2500 Induktionsschleifen in der Fahrbahn und hat so 2018 rund 103.600 Staukilometer gemessen. Das sind in dieser Statistik gut 4600 Staukilometer oder 4,3 Prozent weniger als noch im Jahr 2017.

Infografik: Deutschland steht im Stau | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Der ADAC beruft sich bei seiner Statistik auf eine große Datenbasis. Unter anderem flössen Meldungen der Polizei sowie Daten von Lkw-Flotten, Online-Navigationssystemen und Smartphone-Apps in die Berechnung ein. Unterschiedliche Zahlen könnten auch durch unterschiedliche Definitionen von Stau zustande kommen, hieß es.

Stauland Nummer 1

Auch bundesweit nahmen laut der ADAC-Auswertung die Anzahl der Staus und die Staukilometer zu. Als Ursache sieht der Automobilclub vor allem die zahlreichen Baustellen und Engpässe. Viele Autobahnstrecken und -brücken würden saniert oder erneuert. Die Staustunden bleiben hingegen in der bundesweiten Betrachtung nahezu unverändert.

Die zehn NRW-Autobahnbaustellen mit dem höchsten Staurisiko 2019

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  • Baustellen auf zahlreichen Autobahnabschnitten in Nordrhein-Westfalen werden auch 2019 die Nerven von Pendlern und Reisenden strapazieren. Die größten Belastungsproben warten wieder auf diversen Strecken der Autobahn 1. Hier die Top 10 der NRW-Autobahnbaustellen mit höchstem Staurisiko:

    Foto: dpa
  • 1. A1 zwischen der Anschlussstelle Volmarstein und dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna:

    Hier muss die Brücke Volmarstein ersetzt werden. Wegen räumlicher Zwänge kann der Verkehr in beiden Richtungen nur über jeweils zwei Streifen geführt werden. Zudem wird im Bereich Hengstey mit einer weiteren Brückenbaustelle begonnen.

    Foto: dpa
  • 2. A1 zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna und dem Autobahnkreuz Hagen:

    Mehrere Brücken-Baumaßnahmen werden hier in den nächsten Jahren zu Engpässen führen.

    Foto: dpa
  • 3. A1 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen, dem Autobahnkreuz Leverkusen-West und dem Autobahnkreuz Köln-Nord:

    Auf der A1 zwischen den Kreuzen Leverkusen und Köln-Nord hindern in beiden Richtungen Lkw-Sperranlagen Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen daran, über die marode Brücke zu fahren. Neben diesem Nadelöhr führen im weiteren Streckenverlauf Ausbauten im Kreuz Köln-Nord zu Staus.

    Foto: dpa
  • 4. A40 zwischen den Anschlussstelle Duisburg-Homberg und der Anschlussstelle Duisburg-Häfen:

    Die Rheinbrücke Neuenkamp muss wegen Bauwerksschäden erneuert werden. Bis die neue Rheinbrücke fertig ist, muss die Zahl freigegebenen Fahrstreifen aus statischen Gründen reduziert werden. Auch hier ist seit November eine Lkw-Waage in Betrieb. Gewogen wird zunächst nur in Fahrrichtung Essen. Eine Anlage für die Fahrtrichtung Venlo soll im Frühjahr folgen. 

    Foto: dpa
  • 5. A42 zwischen Autobahnkreuz Duisburg-Nord und der Anschlussstelle Duisburg-Baerl:

    Auf der A42 wird schon seit 2015 an den Brücken gearbeitet. Wegen der hohen Verkehrsbelastung im Ruhrgebiet sind hier seitdem regelmäßig Staus zu beobachten. 

    Foto: dpa
  • 6. A43 zwischen der Anschlussstelle Recklinghausen-Herten und dem Autobahnkreuz Herne:

    Die A43 ist in dem Bereich nicht mehr ausreichend für das Verkehrsaufkommen gerüstet. Hier wird die Autobahn auf sechs Spuren ausgebaut.

    Foto: dpa
  • 7. A45 zwischen dem Westhofener Kreuz und der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord:

    Auf der Lennetalbrücke muss in Fahrtrichtung Süden ein Fahrstreifen reduziert werden, um die nötige Rettungsgasse zu gewährleisten. Daher wird auch 2019 in den Spitzenstunden mit großen Staulagen in beide Richtungen gerechnet.

    Foto: dpa
  • 8. A46 zwischen Haan-Ost und der Anschlussstelle Wuppertal-Barmen:

    Im gesamten Bereich werden Fahrbahnen und Brücken saniert. Wegen der hohen Verkehrsbelastung werden die Baumaßnahmen die Staulagen verschärfen.

    Foto: gap
  • 9. A52 zwischen der Anschlussstelle Essen-Rüttenscheid und dem Autobahndreieck Essen-Ost:

    Die A52 wird südlich des AD Essen-Ost komplett saniert. Auch hier werden 2019 erste Brückenbaumaßnahmen eingeleitet.

    Foto: dpa
  • 10. A565 zwischen der Anschlussstelle Bonn-Hardtberg und der Anschlussstelle Bonn-Beul:

    Im Bonner Stadtgebiet müssen Brücken modernisiert und die Strecke ausgebaut werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Gemessen an der Staulänge bleibt NRW im ADAC-Ranking Stauland Nummer 1 vor Bayern und Baden-Württemberg. Mehr als ein Drittel aller bundesweiten Staus entfielen auf NRW. Im Verhältnis zu den Autobahnkilometern gab es 2018 allerdings in Berlin und Hamburg die meisten Staus.

Im Kalenderjahr 2018 war Mittwoch, der 31. Oktober, der Tag mit den meisten Staus in NRW. Damals summierten sich 1977 Staus auf 4524 Kilometer Länge und eine Dauer von rund 918 Stunden, errechnete der ADAC. Im Vergleich der einzelnen Wochentagen habe bundesweit der Mittwoch den Donnerstag als den staureichsten Tag abgelöst. Der staureichste Monat in NRW war mit rund 57.000 Staukilometern der November. Als besonders staureich nennt der ADAC in NRW auch 2018 wieder die A1, die Ruhrgebietsautobahn 40, die A3 und die A46.

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