Agrar
Weitere Untersuchungen nach Fund von PCB-belastetem Geflügel

Essen/Hannover (dpa) - Nach dem Fund von PCB-belastetem Mastgeflügel in einem Schlachtbetrieb in Ostwestfalen gehen die Untersuchungen der Behörden in NRW weiter. Ein Kontrollzentrum in Recklinghausen, das seit Mittwoch aktiv sei, koordiniere Maßnahmen, sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Belastung handle es sich um ein PCB-Gemisch. PCB (Polychlorierte Biphenyle) seien giftige Substanzen, die nur sehr schwer abbaubar seien.

Donnerstag, 15.11.2018, 09:22 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 15.11.2018, 09:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 15.11.2018, 09:22 Uhr
Küken stehen in einem Stall.
Küken stehen in einem Stall. Foto: Philipp Schulze

Mit neuen Informationen zum Stand der Ermittlungen sei im Laufe des Tages zu rechnen. Das Landesamt hatte erklärt, dass weiter verstärkt in Schlachtbetrieben und in der Eierproduktion kontrolliert werde.

Als Quelle der Belastung ist laut Lanuv ein Futtermittelhersteller ermittelt worden. Das mit einem PCB-Gemisch belastete Futter werde derzeit sichergestellt und vernichtet, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung. Eine akute Gesundheitsgefahr gehe jedoch von den festgestellten Konzentrationen nicht aus. Belastetes Geflügel und Eier seien aus dem Verkehr gezogen worden, noch ehe sie in den Handel gelangten, hatte die Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landesamtes erläutert.

Als Ursache für die Verunreinigung wurden laut niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums Lackabsplitterungen in zwei Verladezellen eines Futtermittelherstellers in NRW ermittelt. Die dort betroffenen Futtermittelchargen hätten Grenzwerte teils deutlich überschritten. Insgesamt seien 34 Geflügelbetriebe zunächst gesperrt worden: Neben Niedersachsen (27 Betriebe) und Nordrhein-Westfalen (3) seien auch Sachsen-Anhalt (2) sowie Brandenburg und Thüringen (je 1) betroffen. Von den Untersuchungen hänge ab, ob die Vermarktung von Eiern sowie die Schlachtung von Masttieren dort wieder zugelassen werden könne.

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