Kriminalität
Viele politisch motivierte Attacken auf Asylheime ungeklärt

Düsseldorf (dpa/lnw) - Jedes dritte politisch motivierte Gewaltdelikt gegen Asylunterkünfte ist in den vergangenen Jahren in Nordrhein-Westfalen ungeklärt geblieben. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Antwort des NRW-Innenministeriums auf eine AfD-Anfrage hervor.

Freitag, 12.10.2018, 14:33 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 14:20 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 14:33 Uhr

Zwischen Juli 2015 und Ende Juni 2018 sind demnach 86 politisch motivierte Gewaltdelikte gegen Asylunterkünfte polizeilich registriert, aber nur 28 aufgeklärt worden. In 48 dieser Fälle handelte es sich um Branddelikte - hier wurden nur 12 aufgeklärt. 56 der 58 nicht aufgeklärten Gewaltdelikte würden dem Bereich «Politisch motivierte Kriminalität - Rechts» zugerechnet, die übrigen beiden seien nicht zuzuordnen.

Bei den 28 aufgeklärten Fällen habe sich ein Bewohner der attackierten Asylunterkunft als Tatverdächtiger entpuppt, berichtete das Ministerium. Dies habe eine Einzelauswertung ergeben. Statistisch werde aber nicht systematisch erfasst, ob es sich bei den Tatverdächtigen um Bewohner der Unterkünfte oder um Externe handle.

Danach hatte die AfD unter Verweis auf das Lagebild des Bundeskriminalamts 2017 gefragt. Daraus ergebe sich, dass in 85 Prozent der Fälle, in denen Asylbewerber oder Flüchtlinge Opfer wurden, kein Deutscher tatverdächtig gewesen sei, heißt es in der Anfrage der AfD-Abgeordneten Gabriele Walger-Demolsky.

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