Urteil zu Windrädern
Wer zuerst kommt, dreht zuerst

Münster -

Werden zwei Windräder zu nah beieinander geplant, gilt das alte Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster in einem Streit zwischen zwei Windkraftbetreibern und den Behörden am Dienstag entschieden.

Mittwoch, 19.09.2018, 07:45 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.09.2018, 07:45 Uhr
Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer.
Stehen Windkraftanlagen zu dicht beieinander, muss eines von ihnen bei bestimmten Windbedingungen abgeschaltet werden. Welches, das entschied jetzt das Oberverwaltungsgericht Münster. Foto: Markus Lütkemeyer (Symbolbild)

Die rund 180 Meter hohen Streitobjekte sollen in Bad Wünnenberg im Kreis Paderborn dicht beieinander stehen. Allerdings müsste deshalb eine der beiden Anlagen abgeschaltet werden, wenn der Wind aus bestimmten Richtungen kommt und die Turbulenzen die Standfestigkeit von einem der beiden Räder gefährden.

Das OVG bestätigte jetzt die Sicht des Verwaltungsgerichts in Minden aus der ersten Instanz. Dort hatte der Kläger Recht bekommen. Demnach setzt sich durch, wer als erster seine Genehmigungsunterlagen für den Bau vorgelegt hat (Az.: 8 A 1886/16 und 8 A 1884/16). Entscheidend sei nicht der Zeitpunkt der Antragstellung oder der Bau der Anlage.

Kurios: Die Anlage der unterlegenen Seite steht bereits. Sollte der Kläger jetzt noch bauen, müsste der Konkurrent seine Anlage bei bestimmten Windrichtungen abschalten. Das OVG ließ keine Revision zu. Dagegen kann Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt werden.

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