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Prozess um Kölner Archiv-Einsturz nähert sich dem Ende

Bis Anfang März hat das Landgericht Zeit, im Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs ein Urteil zu sprechen - sonst verjährt die Sache. Nach jetzigem Stand scheint das zu klappen: Der Prozess geht bereits in die Zielgerade.

Montag, 20.08.2018, 09:22 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 20.08.2018, 09:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 20.08.2018, 09:22 Uhr
Feuerwehrmänner und THW-Helfer suchen in den Trümmern des Historischen Kölner Stadtarchivs nach Archivgütern.
Feuerwehrmänner und THW-Helfer suchen in den Trümmern des Historischen Kölner Stadtarchivs nach Archivgütern. Foto: Oliver Berg

Köln (dpa/lnw) - Der Strafprozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs könnte schon in wenigen Wochen zu Ende gehen - und damit deutlich früher als erwartet. «Die Beweisaufnahme ist aus Sicht der Kammer im Wesentlichen abgeschlossen», sagte ein Sprecher des Kölner Landgerichts. Einige wenige Punkte müssten noch abgehandelt werden, ehe Staatsanwalt und Verteidiger ihre Plädoyers halten könnten. Allerdings hat die Verteidigung noch die Möglichkeit Anträge zu stellen. Sollte das geschehen, würde sich der Prozess weiter hinziehen - falls nicht, könnte die Kammer möglicherweise noch im September ein Urteil sprechen.

In dem seit Januar laufenden Strafprozess sind vier Mitarbeiter von Baufirmen und den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung angeklagt. Ein fünfter Angeklagter ist zwischenzeitlich so schwer erkrankt, dass er nicht mehr verhandlungsfähig ist. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hat ein Fehler bei den Bauarbeiten für eine neue U-Bahn das Unglück vor neun Jahren ausgelöst. Die Baufirmen bestreiten die Vorwürfe. Beim Einsturz des Stadtarchivs waren zwei Anwohner ums Leben gekommen, es entstand ein Sachschaden in Milliardenhöhe.

Anfang August startete vor dem Landgericht zu dem Fall ein zweiter Strafprozess gegen einen ehemaligen Oberbauleiter, ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung. In beiden Prozessen steht das Gericht unter Zeitdruck: Wenn bis Anfang März kein Urteil gesprochen ist, verjährt die Sache, weil dann die Zehn-Jahres-Frist überschritten ist.

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