Kriminalität
Mehr Menschen im Maßregelvollzug in NRW

Düsseldorf (dpa/lnw) - Immer mehr Verurteilte und mutmaßliche Straftäter in Nordrhein-Westfalen werden in forensischen Kliniken untergebracht. Im Sommer 2017 saßen über 3000 Menschen in Einrichtungen des sogenannten Maßregelvollzugs ein - rund 700 mehr als noch vor zehn Jahren. Das teilte der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug, Uwe Dönisch-Seidel, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Seit 2007 war die Zahl, in der auch vorübergehend unterbrachte Menschen enthalten sind, stetig gestiegen.

Dienstag, 31.10.2017, 10:14 Uhr

Ein Zaun mit Stacheldraht steht vor der Forensik Bedburg-Hauk.
Ein Zaun mit Stacheldraht steht vor der Forensik Bedburg-Hauk. Foto: Oliver Berg

Rückläufig war nach Angaben des NRW-Justizministeriums hingegen lange die Zahl der verurteilten Straftäter und Untersuchungshäftlinge in Justizvollzugsanstalten. Seit zwei Jahren steigt sie wieder.

Ein Grund für die Entwicklung im Maßregelvollzug sei, dass es immer mehr «behandlungsbedürftige Psychosen durch Drogen» gebe, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Zudem gebe es in Gesellschaft und Justiz heute eine höhere Sensibilität für das Thema. In Gerichten würden regelmäßig unabhängige Gutachter hinzugezogen. Sie können Angeklagte als strafunfähig oder vermindert straffähig einstufen - eine Voraussetzung für die Unterbringung im Maßregelvollzug. Ziel sind die Heilung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

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