Urteile
Keine Untreue: Ex-Studentenvertreter freigesprochen

Fünf Jahre lang lebt ein ehemaliger AStA-Chef mit dem Vorwurf, eine halbe Million veruntreut zu haben. Dann wird er freigesprochen. Die Anklage war falsch.

Mittwoch, 09.11.2016, 15:22 Uhr

Ein Richterhammer aus Holz liegt auf einem Tisch.
Ein Richterhammer aus Holz liegt auf einem Tisch. Foto: Uli Deck

Essen (dpa/lnw) - Ein früherer Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Universität Duisburg-Essen ist von allen Untreue-Vorwürfen freigesprochen worden. Dem heute 40-Jährigen war vorgeworfen worden, mit dem Betrieb eines Kunst- und Kultur-Cafés über Jahre hinweg rund eine halbe Million Euro veruntreut zu haben. Die Richter am Landgericht Essen haben jedoch keine Straftaten feststellen können. Auch zwei ehemalige Mitstreiter des 40-Jährigen wurden am Mittwoch freigesprochen.

Auslöser der Ermittlungen war ein anonymes Schreiben gewesen. Es ging um horrende Zahlungen an einen angeblichen Berater, zu hohe Abfindungen und Bargeld, das regelmäßig entnommen worden sei. Im Prozess hatte sich jedoch herausgestellt, dass es für alle Zahlungen einen Grund gegeben hat. So war der angebliche Berater laut Urteil in Wahrheit der Betriebsleiter des Cafés.

«Wir gehen nicht davon aus, dass es zu einem Vermögensschaden gekommen ist», sagte Richter Johannes Hidding beim Urteil. Dass es überhaupt zum Prozess gekommen sei, könne der Justiz aber nicht angelastet werden. «Viele Verträge und Rechnungen waren mit einer großen Intransparenz behaftet.» Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls Freisprüche beantragt.

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