Prozesse
Prozess gegen Wuppertaler «Scharia-Polizei» gestartet

Der Auftritt von Islamisten als «Scharia-Polizei» in Wuppertal hatte vor zwei Jahren bundesweit für Empörung gesorgt. Jetzt kommen die selbst ernannten Sittenwächter vor Gericht.

Mittwoch, 09.11.2016, 10:52 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 09.11.2016, 10:42 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 09.11.2016, 10:52 Uhr
Anwälte warten in einem Verhandlungssaal.
Anwälte warten in einem Verhandlungssaal. Foto: Patrick Pleul

Wuppertal (dpa) - Zwei Jahre nach dem Auftritt von Islamisten als «Scharia-Polizei» in Wuppertal hat vor dem Landgericht der Prozess gegen sieben Angeklagte begonnen. Die Männer im Alter von 25 bis 34 Jahren sind wegen Verstoßes gegen das Uniformverbot angeklagt. Ihnen sei es darum gegangen, das Rechtssystem der Bundesrepublik abzuschaffen und es durch das islamische Recht Scharia zu ersetzen, sagte der Staatsanwalt bei der Verlesung der Anklage. Die Angeklagten seien Teil der salafistischen Szene gewesen.

Fünf der sieben Angeklagten sollen im September 2014 in orangefarbenen Warnwesten mit der Aufschrift «Shariah Police» durch Wuppertal patrouilliert sein. Zwei weiteren wird Beihilfe vorgeworfen: Einer trug keine Weste, einer eine Weste ohne die Aufschrift. Geplant sind drei Verhandlungstage. Insgesamt sollen sechs Zeugen gehört werden. Alle Angeklagten kündigten an, sich nicht zu den Vorwürfen zu äußern.

Der mutmaßliche Initiator der Aktion, Sven Lau, ist nicht unter den Angeklagten. Das Verfahren gegen ihn wurde vorläufig eingestellt, weil Lau sich derzeit vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht unter Terrorverdacht verantworten muss und der Auftritt in Wuppertal dagegen kaum ins Gewicht fällt.

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