Extremismus
Denkmal mit App-Zugang soll in Köln an NSU-Opfer erinnern

Köln (dpa/lnw) - Eine große Betonplatte mit integriertem App-Zugang soll in Köln als Denkmal an die Opfer der NSU-Anschläge erinnern. Die Idee stammt vom Künstler Ulf Aminde, der sich mit dem Entwurf gegen acht andere Vorschläge durchsetzte. «Er hat einen kühnen und hochinteressanten Entwurf entwickelt», sagte der Direktor des Kölner NS-Dokumentationszentrums, Werner Jung, am Montag. Die Jury, in der auch Opfer vertreten waren, habe einstimmig entschieden.

Montag, 07.11.2016, 15:02 Uhr

Entwurf für ein Denkmal für die Opfer der NSU-Anschläge vom Studio Ulf Aminde.
Entwurf für ein Denkmal für die Opfer der NSU-Anschläge vom Studio Ulf Aminde. Foto: Oliver Berg

Eine Betonplatte spiegelt dabei den Grundriss des Hauses wider, vor dem 2004 die Bombe in der Keupstraße explodierte. «Das, was zerstört werden sollte, kommt damit noch mal zur Geltung und wird zu einem Ort der Begegnung», sagte Jung . Mit der App entstehen virtuelle Wände, mit denen man etwa Filme über das NSU-Verfahren anschauen kann.

Über den Entwurf muss noch der Stadtrat entscheiden. Wann er umgesetzt werden könnte, ist offen. Er müsste in die Planung für ein Neubaugebiet an der Keupstraße integriert werden.

Am 9. Juni 2004 war in der überwiegend von türkischstämmigen Menschen bewohnten Keupstraße eine Nagelbombe explodiert, die der « Nationalsozialistische Untergrund » (NSU) gelegt haben soll. Viele Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

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