Prozesse
Gericht lehnt Prozesskostenhilfe für Loveparade-Verletzte ab

Duisburg (dpa/lnw) - Zwei Opfer der Loveparade-Katastrophe von Duisburg müssen ihre Klagen auf Schadenersatz und Schmerzensgeld ohne finanzielle Unterstützung des Staates verfechten. Das Landgericht Duisburg lehnte ihre Anträge auf Prozesskostenhilfe mangels Erfolgsaussichten ab, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte. Die beiden Frauen waren vor fünf Jahren bei der Massenpanik, die 21 Menschen das Leben kostete, verletzt worden. Sie wollten das Land NRW, die Stadt Duisburg, die Veranstalterfirma und deren Inhaber persönlich verklagen.

Mittwoch, 12.08.2015, 17:42 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.08.2015, 17:31 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.08.2015, 17:42 Uhr
Das Loveparade-Zivilverfahren startet am 1. September.
Das Loveparade-Zivilverfahren startet am 1. September. Foto: Volker Hartmann

Das Landgericht räumt einer solchen Klage aber keine Chancen ein: Das Land und die Stadt sowie der Inhaber der Firma - einer GmbH - seien aus rechtlichen Gründen nicht haftbar zu machen. Und ihre Ansprüche gegen die Firma hätten die Frauen, von denen eine bereits Schmerzensgeld erhalten habe, trotz entsprechender Hinweise des Gerichts nicht ausreichend begründet. Das Gericht betont, dass es sich daher gar nicht mit der Frage befasst hat, ob überhaupt «die Antragsgegner für das Entstehen des tödlichen Gedränges bei der Veranstaltung eine rechtliche Verantwortung tragen». Die Frauen können auf eigene Kosten weiter klagen.

Dem Landgericht liegt bereits eine Reihe von Schadensersatzklagen vor, die erste Verhandlung dazu beginnt am 1. September. Die jetzige Entscheidung über Prozesskostenhilfe nimmt die dann zu fällenden Urteile nicht vorweg.

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