Kriminalität
Schikane beim SEK: Disziplinarverfahren wird aufgenommen

Aachen (dpa/lnw) - Nachdem der Schikane-Skandal für zehn Spezialkräfte der Kölner Polizei keine rechtlichen Konsequenzen hat, wird das Disziplinarverfahren wieder aufgenommen. Darin werde geprüft, ob die Polizisten gegen Beamtenpflichten verstoßen haben, teilte das Innenministerium am Dienstag mit. Es werde noch entschieden, welche Behörde das Verfahren übernehme. Den Polizisten war vorgeworfen worden, zwei ihrer Kollegen bei sogenannten Aufnahmeritualen gedemütigt und erniedrigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Aachen hatte ihre Ermittlungen wegen des Verdachts der Nötigung und Körperverletzung eingestellt.

Dienstag, 11.08.2015, 14:22 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 11.08.2015, 14:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 11.08.2015, 14:22 Uhr

«Ein strafrechtlich relevanter Sachverhalt konnte nicht festgestellt werden», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen, Wilhelm Muckel. Mit der «Zeremonie» sollte nach zwei Jahren dokumentiert werden, dass die Neuzugänge vollwertige SEK-Mitglieder seien.

Der psychische Druck der Gruppe reiche für den Tatbestand der Nötigung nicht aus, sagte Muckel. Außerdem habe niemand für den Fall der Weigerung mit Nachteilen gedroht. Körperverletzung sei auch nicht festgestellt worden. «Die Beamten haben bei der Zeremonie alles freiwillig gemacht. Dass einer innere Vorbehalte hatte und sich unwohl fühlte, ist eine andere Sache», sagte Muckel.

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