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Großer Medienansturm bei erstem Loveparade-Prozess erwartet

Es ist noch nicht der große Loveparade-Prozess - trotzdem wird der Medienandrang wohl erheblich sein. Am Landgericht Duisburg können sich Journalisten auf die Plätze für das erste Verfahren um die Katastrophe beim Technofestival bewerben. Der Ablauf ist komplex.

Montag, 10.08.2015, 06:52 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 10.08.2015, 06:41 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 10.08.2015, 06:52 Uhr
Passanten am Haupteingang des Landgerichtes in Duisburg.
Passanten am Haupteingang des Landgerichtes in Duisburg. Foto: Volker Hartmann

Duisburg (dpa/lnw) - Das Landgericht Duisburg rechnet beim ersten Prozess um die Loveparade-Katastrophe vor gut fünf Jahren mit einem massiven Medienandrang . Heute können Journalisten aus dem In- und Ausland versuchen, sich für den Prozess am 1. September zu akkreditieren. Das Verfahren ist juristisch kompliziert - denn Berichterstatter, die keinen der 49 Plätze für Medienvertreter bekommen, könnten sich gegen das Auswahlverfahren wehren.

In dem Prozess geht es allerdings nicht um die strafrechtliche Schuld an der Massenpanik. Er ist vielmehr einer von mehreren Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Prozessen. Ein Feuerwehrmann aus Duisburg fordert vom Land und dem Veranstalter 65 000 Euro Entschädigung, weil er beim Einsatz eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten habe. 21 Menschen waren durch die Massenpanik bei dem Technofestival im Juli 2010 ums Leben bekommen, mehr als 500 wurden verletzt.

Um die Auswahl der Journalisten - anders als etwa beim NSU-Prozess in München - unangreifbar zu machen, hat der Vorsitzende Richter ausführliche Akkreditierungsbestimmungen erlassen. Ab Punkt 12.00 Uhr dürfen sich Journalisten anmelden. Dann gleicht das Verfahren einem Wettrennen: Die Journalisten, deren E-Mails zuerst beim Gericht eintreffen, bekommen einen Platz im Verhandlungssaal. Dabei will das Gericht den Eingang der Mails sekundengenau auswerten.

Damit verschiedene Mediengattungen zum Zuge kommen, hat das Gericht zudem Mediengruppen gebildet: Vier Plätze sind für Nachrichtenagenturen reserviert, fünf für ausländische Medien. Je zwei Sitze gibt es für private sowie öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehberichterstatter. Fünf Plätze bekommen die Lokalzeitungen.

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