Bilanz: ein Jahr Rad+Bus-Mobilstation
Schritt vom Rad zum Bus funktioniert

Mettingen/Westerkappeln -

Positive Bilanz nach einem Jahr: Das kombinierte Angebot von Bus und Rad in Mettingen wird offenbar gut angenommen. Entsprechend zufrieden ist RVM-Geschäftsführer Werner Linnenbrink mit der Entwicklung der Mobilitätsstation.

Montag, 01.07.2013, 16:45 Uhr

Die Zahl der verkauften Busabos hat sich verdoppelt. Die Fahrgastzahl der Schnellbuslinie S 10 nach Osnabrück ist um zehn Prozent gestiegen. Und inzwischen ist es für viele Mettinger offenbar zur guten Gewohnheit geworden, sich ein E-Bike an der Rad+Bus-Mobilstation auf dem Schultenhof zu leihen.

Entsprechend zufrieden ist RVM-Geschäftsführer Werner Linnenbrink mit der Entwicklung der Mobilitätsstation . Vor gut einem Jahr hatte die Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) das bundesweit einzigartige Projekt „ST mobil“ in Mettingen gestartet.

Berufspendler können sich seitdem auf dem Schultenhof im ehemaligen Hoinerstall bei Franz-Josef Verst nicht nur Busfahrkarten kaufen, sondern auch Elektrofahrräder ausleihen. Ziel: Mehr Menschen sollen vom Auto auf den Bus umsteigen. Das E-Bike soll sie dabei zu den Haltestellen bringen. Und dieser Schritt vom Rad zum Bus funktioniert, bestätigen Linnenbrink und Verst.

Zu Beginn des Projekts lockte die RVM die Kunden mit einem verbilligten Abopreis. Außerdem durften sie sich ein E-Bike für ein halbes Jahr kostenlos ausleihen. „Bereits im ersten Jahr haben wir die Einnahmeverluste aus der Preissenkung des Abonnements durch die zusätzlichen Abos kompensiert“, erklärt Linnenbrink. Mehr noch: Als die Frist für die kostenlose Ausleihe der Pedelecs auslief, wollten die meisten Kunden nicht mehr drauf verzichten. „Nur drei oder vier haben das Angebot nicht mehr genutzt.“

Darüber hinaus haben sich viele Touristen E-Bikes oder eines der Spaßfahrräder, die an der Mobilitätsstation bereitstehen, ausgeliehen. 455 Pedelecs wurden an Gäste vermietet. Die Station auf dem Schultenhof ist inzwischen zu einem festen Anlaufpunkt geworden. In den Sommermonaten berät Franz-Josef Verst rund 80 Personen pro Woche. „Für den 1. Mai wurden jetzt schon 30 Räder reserviert“, sagt der RVM-Mitarbeiter.

Ob eine solche Station in zwei Jahren auch ohne Fördermittel von Land NRW und Kreis Steinfurt wirtschaftlich ist, vermag Linnenbrink nicht zu sagen. Das erste Jahr sei auf jeden Fall vielversprechend gelaufen, ist sich der Geschäftsführer mit RVM-Aufsichtsrat und Kreisbaudezernent Franz Niederau einig. Deshalb will das kommunale Verkehrsunternehmen die Wegekette mit Bus und Fahrrad ausbauen. Linnenbrink: „Demnächst kann man seinen Weg am Osnabrücker Bahnhof mit dem Pedelec fortsetzen.“ Ähnliche Mobilitätsangebote wie in Mettingen seien außerdem in Recke und in Westerkappeln geplant.

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