Bürger sind gefragt
Konzept für die Wege im Außenbereich

Mittwoch, 05.05.2021, 06:00 Uhr
Eine Aufgabe des Konzeptes ist die Kategorisierung der Wirtschaftswege – etwa in Verbindungswege wie den Ochtruper Damm.
Eine Aufgabe des Konzeptes ist die Kategorisierung der Wirtschaftswege – etwa in Verbindungswege wie den Ochtruper Damm. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Die Bürgerinnen und Bürger des Ortes sind aufgefordert, sich einzubringen bei der Aufstellung eines Wirtschaftswegekonzeptes. Dieses wird von einem Fachbüro erarbeitet – und zwar nicht im stillen Kämmerlein, über Karten gebeugt, sondern vor Ort mit Kameras dokumentiert. Anschließend werden die Menschen vor Ort gefragt, welche Wege ihnen denn besonders am Herzen liegen. Gelegenheit also für alle Nutzer, sich einzubringen.

Jens Göwert ist Mitarbeiter des Ingenieurbüros Hans Tovar & Partner aus Osnabrück und führt die Fäden der Studie zusammen. „Wir machen eine visuelle Bewertung. Wir nehmen beispielsweise keine Bohrproben aus der Fahrbahn und machen auch keine Verkehrszählung“, schilderte er die Arbeit der Kollegen, die mit Kameras im Auto derzeit das Wegenetz abfahren. Es geht darum, den Ist-Zustand zu erfassen.

Das machen auch die Radler und Landwirte seit Jahren, allerdings immer fokussiert auf ihre bevorzugten Strecken oder die Wege um die eigene Hofstelle. Eine systematische Erfassung und Kategorisierung für Metelen fehlte bislang.

Genau dafür wurde das Büro engagiert. „Es ist wichtig, nicht jeden Weg für sich, sondern im Zusammenhang zu betrachten“, fasste Jens Göwert Sinn und Zweck des Konzeptes zusammen. Handreichung für das Büro ist dabei ein Leitfaden der Bezirksregierung, der die Wege in einzelne Kategorien einteilt.

Sie reichen von Verbindungswegen über Hauptwirtschafts- und Erschließungswege für einzelne Höfe bis hin zu nicht mehr genutzten, aber noch vorhandenen Fahrspuren. Die Klassifizierung sei auch deshalb wichtig, weil die Bezirksregierung das Konzept nach seiner Aufstellung genehmigen muss, so Jens Göwert.

Bis zum Oktober dieses Jahres hat das Büro Zeit, dieses Konzept zu erarbeiten – gemeinsam mit den Bürgern. Diese werden bereits nach der Bestandsaufnahme in einem ersten Workshop über die Ergebnisse informiert und können sich auch schon im Vorfeld aktiv einbringen.

Nach den Sommerferien, wenn im Rahmen des Soll-Konzepts auch Handlungsempfehlungen beschrieben werden, wird es einen zweiten Workshop geben. Gerade hier dürfte durchaus Diskussionsbedarf entstehen, denn neben Handlungsempfehlungen etwa zur Sanierung oder einem Rückbau bestimmter Wege geht es darin auch um Prioritäten. Welcher Weg soll kurz-, mittel- oder langfristig angegangen werden?

Das ist eine Aufgabe, mit der sich eigentlich der seit vielen Jahren geplante Wirtschaftswegeverband beschäftigen soll. Doch CDU-Ratsherr Reinhard Brüning, der im aktuellen Arbeitskreis sitzt, sieht hier keinen Konflikt – im Gegenteil: „Das Konzept und der Verband stehen sich nicht im Wege. Es ist vielmehr hilfreich für den Arbeitskreis. Es liefert die Datenbasis.“

Andreas Sievert fragte für die SPD nach, wer denn letztlich etwa über Priorisierungen entscheide? Referent Jens Göwert betonte, dass das Verfahren lediglich ein Konzept erarbeite, wobei auch mit der Gemeindeverwaltung Absprachen erfolgten. Das Papier stelle nach seiner Fertigstellung nur einen Rahmen dar: „Es wird nichts entschieden.“

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