Kreis Coesfeld
Teurere Fahrkarten: Kreis stellt sich quer

Kreis Coesfeld. Um durchschnittlich 2,4 Prozent sollen die Preise für Bus und Bahn im Regionalverkehr 2019 steigen – so jedenfalls sehen die Pläne aus. Der Kreis Coesfeld und weitere Münsterland-Beteiligte stellen sich aber quer. Sie wollen die Preiserhöhung nicht mitmachen. Der Kreistag beschloss in seiner letzten Sitzung einhellig, dass die entsandten Vertreter in den Gremien nicht zustimmen sollen. Auf Münsterland-Ebene gab es bereits eine rote Karte, am Dienstag (18.12.) kommen im Westfalentarif-Ausschuss in Hamm weitere Bus- und Bahn-Beteiligte aus Westfalen zur nächsten und größeren Runde zusammen. „Ich werde das Stimmungsbild aus dem Münsterland entsprechend weitergeben“, so Gerrit Tranel (Coesfeld), Geschäftsführer des Zweckverbands (ZVM) Bus, der unter anderem den Kreis Coesfeld in dem Gremium heute vertritt.

Montag, 17.12.2018, 17:26 Uhr aktualisiert: 18.12.2018, 09:28 Uhr
Kreis Coesfeld: Teurere Fahrkarten: Kreis stellt sich quer
Bahn- und Busfahren soll im Nahverkehr durch günstigere Tarife attraktiver gemacht werden, fordern die Kreispolitiker. Die Vertreter in den Gremien wurden beauftragt, gegen höhere Fahrpreise zu stimmen. Auch heute in einer entscheidenden Sitzung in Hamm. Foto: Viola ter Horst

Dass sich Münsterland-Kreise politisch quer stellen, hat es so noch nicht gegeben. Sonst wurden Tarifentscheidungen immer durchgewunken.

Und es hat Konsequenzen: Denn in den Gremien, die sich mit Einführung des Westfalentarifs 2017 neu gründeten, muss in den Tarifrunden eine Lösung gefunden werden. Und sei es, dass speziell fürs Münsterland eine eigene Lösung ausgehandelt wird. „Auch im Westfalentarif haben die einzelnen Regionen selbstständige Möglichkeiten“, erläutert Tranel. Durchaus besteht also die Chance, etwas zu erreichen – im Sinne von Bahn- und Busnutzern.

Kritik an den Fahrkartenpreisen gibt es im Kreis Coesfeld, wie berichtet, schon länger. Sogar in die neue Nahverkehrsplanung ließen die Politiker aus dem Kreis Coesfeld ausdrücklich hineinschreiben, dass sie eine zurückhaltende Tarifplanung erwarten. Auch das eine Aktion, die es bislang noch nicht gab.

„Nur wenn die Fahrpreise nicht so teuer sind, bekommt der Nahverkehr mehr Akzeptanz“, sagt Harald Koch (CDU), der in der Tarifkommission der ZVM vertreten ist. „Von Billerbeck nach Münster kostet eine Karte 8,40 Euro.“ Zu zweit käme man auf über 32 Euro hin und zurück – „das ist kein Anreiz, das Auto stehen zu lassen“, verdeutlicht Koch.

Im September hatte der Kreistag gefordert, dass Maßnahmen gesucht werden sollen, um die Fahrpreise des Westfalentarifs in den Münsterland-Preisstufen dauerhaft zu senken. Der Einfluss ist nicht ohne. Denn nach den deutlichen Signalen aus weiteren Münsterlandkreisen ist inzwischen ein externer Gutachter dabei, entsprechende Überlegungen anzustellen, die mit einer Tarifmaßnahme im Jahr 2020 umgesetzt werden könnten.

In der letzten Kreistagssitzung bekräftigten die Politiker noch einmal, dass sie bei ihrem geforderten Kurs bleiben wollen. „Wir wollen die Fahrpreise senken“, betonte Hermann-Josef Vogt von der SPD.

Und deswegen heißt es für die Pläne 2019 weiterhin: der Kreis bleibt stur und wird in der Westfalentarif-Ausschussitzung in Hamm bei Preiserhöhungen zu den Neinsagern gehören.

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