Kreis Coesfeld
Alle Katzen sollen kastriert werden

Kreis Coesfeld. Im Kreis Coesfeld sollen alle Katzen kastriert werden. Die Kreisverwaltung legt eine entsprechende Katzenschutzverordnung vor, die jetzt in den politischen Gremien zur Abstimmung steht. Damit wären alle Eigentümer von Katzen, die draußen herumlaufen dürfen, verpflichtet, ihre Katzen kastrieren zu lassen. Auch eine Registrierung müssen sie für ihre Tiere vornehmen.

Sonntag, 18.11.2018, 09:47 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 17.11.2018, 16:27 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 18.11.2018, 09:47 Uhr
Kreis Coesfeld: Alle Katzen sollen kastriert werden
Im Kreis Coesfeld soll für Katzen eine Kastrations- und Registrierungspflicht eingeführt werden. Die Kreisverwaltung plant eine entsprechende Verordnung. Foto: pexels.com

Bei einer politischen Zustimmung würde der Forderung des Tierschutzvereins Coesfeld, Dülmen und Umgebung entsprochen, der einen Antrag dazu gestellt hat. „Es wäre ein Meilenstein für den Tierschutz im Kreis Coesfeld, wenn der Erlass käme“, begrüßt Sandra Kassenböhmer, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins, die geplante Katzenschutzverordnung.

Schon lange habe der Tierschutzverein Probleme mit den schnell wachsenden Katzenzahlen. In den Tierheimen herrscht ständig Hochsaison, was Fundkatzen angeht.

In den Katzenpopulationen breiten sich schnell Krankheiten aus. Das ist auch der rechtliche Hintergrund der Verordnung, denn das Tierschutzgesetz berechtigt die Behörden, freilebende Katzen besser zu schützen, wenn bei den Tieren erhebliche Leiden und Schmerzen auftreten. Ziel der Verordnung ist es, dem entgegenzuwirken, indem man versucht, den Anstieg der Katzenanzahl durch Registrierung und Kastration einzudämmen.

Das Kreis-Veterinäramt bestätigt, dass bei den Streunern häufig Schmerzen auftreten. Die gesamte Population sei mit chronischen Krankheiten durchseucht, heißt es in der Vorlage für die politische Entscheidung. „In erster Linie treten Erkrankungen wie Katzenaids, Katzenschnupfen, Katzenleukose und Parasitosen auf, die alle von Tier zu Tier übertragbar sind“, heißt es. Bei einer Abfrage von 17 Tierarztpraxen stellte der Kreis Coesfeld fest, dass im gesamten Kreisgebiet die Katzen „erhebliche Gesundheitsprobleme“ haben. Allein im Jahr 2016 mussten 280 von 414 Katzen, die der Tierschutzverein aufnahm, tierärztlich behandelt werden. Und dann die starke Vermehrung: „Durchschnittlich gibt es zwei Würfe mit vier Welpen pro Jahr“, berichtet Kassenböhmer.

Wer muss für die Kastration – die bei männlichen als auch weiblichen Katzen vorgenommen werden kann – und Registrierung bezahlen? Bei Hauskatzen, die einen Eigentümer haben, müsste dieser auch die Kosten übernehmen. Bei den freilebenden Streunern sieht sich der Kreis Coesfeld in der Pflicht. Rund 60 000 Euro pro Jahr kalkuliert der Kreis dafür ein. Dabei geht er davon aus, dass etwa 500 Katzen über das Veterinäramt oder den Tierschutzverein pro Jahr kastriert werden müssen. Die Kastration und Kennzeichnung eines weiblichen Tieres kostet laut Kreis etwa 130 Euro, bei männlichen Tieren 90 Euro. Im Entwurf des Haushaltsplanes für das Jahr 2019 sind bereits entsprechende Mittel berücksichtigt.

0 Am Dienstag, 20. 11., um 16.30 Uhr im Ausschuss für Umwelt, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Kreishaus 1 in Coesfeld. Am 5.12. im Kreisausschuss, am 12.12. im Kreistag.

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