Konferenzsitzung der Bürgermeister in Billerbeck / Konzepte zum Schutz der Mitarbeiter entwickelt
Schulungen wegen Drohungen

kREIS COESFELD. Morddrohungen und Hassmails erhielten auch zwei Bürgermeister aus dem Kreis Coesfeld. Dies war einer der wichtigen Punkte, die bei der Sitzung der Bürgermeister-Konferenz gestern im Billerbecker Rathaus diskutiert wurden.

Montag, 07.11.2016, 19:04 Uhr

Drohungen gegen führende Politiker – wie es in Bocholt passiert ist – führten dazu, dass die Städte und Gemeinden verstärkt zusammen arbeiten wollen, um Vorkehrungen wie Schulungen zu treffen. Einzelne Vorfälle gab es im Kreis Coesfeld. „Zwei Bürgermeister erhielten Morddrohungen von Islamisten“, erklärt Bürgermeistersprecher Richard Borgmann im Pressegespräch. Dies seien zwar Ausnahmen, aber die Gefahren nehmen immer mehr zu. Verschiedene Schulungskonzepte wurden entwickelt. „Begonnen wird erst einmal mit der Identifizierung des eigenen Arbeitsplatzes“, erklärt Bürgermeisterin der Stadt Billerbeck Marion Dirks. „Wer von den Mitarbeitern hat besonders viel Publikum?“ Betroffen seien besonders die Mitarbeiter in dem Bereich Gesundheit und Soziales. Die Bürger würden immer fordernder werden, so Dirks. Deswegen sei es wichtig, schon früh Maßnahmen zu ergreifen. „An unseren Computern sind bereits Alarmsysteme installiert“, sagt die Bürgermeisterin. „Auch ist es ausgeschlossen, dass ein Mitarbeiter alleine zurück bleibt, während der Rest in der Pause ist.“ Die erste Schulung, zu die der Kreis alle Kommunen einlädt, ist im ersten Halbjahr 2017. „Wir sind gern ein offenes Rathaus, aber man muss sich nicht alles bieten lassen“, meint Dirks.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war das ABC-Konzept, das bei atomaren, biologischen und chemischen Gefahren greifen soll. Durch das neue Feuerschutzgesetz wurden die Kommunen dazu verpflichtet, sich in diesem Bereich Gedanken zu machen. Das Konzept habe Auswirkungen auf die Kommunen und Kreis, so Borgmann. „Unter anderem werden neue Fahrzeuge benötigt, insgesamt kommt man auf 2,4 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten für den ABC-Zug auf drei Jahre verteilt.“ Die Feuerwehr werde dann anders gefordert. „Die ersten 35 Minuten muss die Wehr sich eigenständig organisieren bis der ABC-Zug eintrifft.“

Besprochen wurde zusätzlich auch die Zukunft der Regionale 2016, die im nächsten Jahr offiziell nicht mehr stattfindet. „Das Projekt wollen wir in abgeschwächter Form auf jeden Fall weiter verfolgen“; erklärt Bürgermeisterin Marion Dirks.

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