CDU-Wahl im Kreis Coesfeld
Marc Henrichmann mit 82 Prozent zum Bundestagskandidaten gewählt

Dülmen -

Der Puls? „Ja, der ist schon fünf Schläge höher als sonst“, gesteht Marc Henrichmann Donnerstagabend zu Beginn der Wahlkreis-Vertreterversammlung im Haus Waldfrieden in Dülmen-Börnste. Doch als das Ergebnis der Wahl zum Bundestagskandidaten für den Kreis Coesfeld verkündet wird, entspannen sich seine Gesichtszüge.

Freitag, 04.11.2016, 01:52 Uhr

CDU-Wahl im Kreis Coesfeld : Marc Henrichmann mit 82 Prozent zum Bundestagskandidaten gewählt
Mit Blumen gratuliert Christina Schulze Föcking, Vorsitzende des Nachbar-Kreisverbandes Steinfurt, Marc Henrichmann zur Wahl als CDU-Bundestagskandidat im Wahlkreis 127 (Coesfeld-Steinfurt II). Foto: Detlef Scherle

Normalerweise gibt dem Havixbecker eins in schwierigen Situationen immer Sicherheit – die Familie. Doch seine Frau Judith (beruflich verhindert) und seine neunjährige Tochter Mia (muss rechtzeitig ins Bett) können diesmal nicht dabei sein. Mia hat ihm aber einen Anhänger mit einem goldenen Stern mitgegeben. „Papa, der hat mir beim letzten Reitturnier Glück gebracht.“ Den hat der 40-jährige Rechtsanwalt und CDU-Kreisvorsitzende in der Hosentasche und hält ihn besonders fest, als gegen 20.25 Uhr das Ergebnis verkündet wird. 

Versammlungsleiterin Christina Schulze Föcking macht es spannend, dankt zunächst den Mitarbeitern der CDU-Kreisgeschäftsstelle für die Organisation, den Stimmzählern fürs zügige Auszählen. Und dann fallen die entscheidenden Zahlen: 129 Ja-Stimmen, 27 Nein. „Das sind 82 Prozent.“ Jubel bricht los im Saal. Bei Henrichmann entspannen sich die Gesichtszüge. „Vielen Dank für das Vertrauen, ich werde es zurückzahlen“, verspricht er.

Zuvor hatte der Havixbecker die Delegierten aus dem Kreis Coesfeld und den drei Gemeinden Laer , Altenberge und Nordwalde im Kreis Steinfurt mit einer eindrucksvollen Rede davon überzeugt, im Bundestags-Wahlkampf alles zu geben: „Ernsthaft, entschlossen und leidenschaftlich“, wie er es ausdrückt. „Der Wahlkreis 127 sei „die Blaupause, dass eine kommunal geerdete Politik Hand in Hand mit starken Familien, verantwortungsvollen Unternehmern, engagierten Arbeitnehmern, Kirchen, Vereinen und Verbänden – mit gesundem Gottvertrauen – jede Herausforderung meistert“. Er betont, dass er sich um „die Fortführung einer guten Tradition“ bewirbt: „einer bald zwölfjährigen Tradition eines Abgeordneten, der Herausforderungen mit Sachverstand und Pragmatismus angeht, der bienenfleißig die Anliegen aus dem Wahlkreis nach Berlin transportiert“, lobt er den Bundestagsabgeordneten Karl Schiewerling, der nicht noch einmal antreten wollte.

Viele politische Felder streift Henrichmann in seiner Rede. Natürlich auch das Aufregerthema Flüchtlinge: „Integration ist nicht mit drei Wochen Sprachkurs getan, sondern sie setzt ein uneingeschränktes Bekenntnis zu unserem Grundgesetz und unseren Werten voraus.“ Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnt er klar ab: „Wer überflüssige Worte wie völkisch hoffähig machen will, der will keine Probleme lösen, der will nur eins: den Anschluss ans rechtsextreme Milieu.“

Für Henrichmann ist es der dritte Anlauf für ein höheres Amt: Er hatte schon versucht, Havixbecker Bürgermeister zu werden. Zuletzt war er hauchdünn bei der Nominierung des CDU-Landratskandidaten gescheitert.

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