Etat-Einbringung für 2017: Hoher Finanzbedarf beim Katastrophenschutz und in der Straßenunterhaltung
Landrat lässt Bilder statt Zahlen sprechen

Kreis Coesfeld (ds). Flüchtlinge, Klima, Katastrophenschutz, reparaturbedürftige Kreisstraßen und das Regionale-Projekt „WasserBurgenWelt“: Gleich mehrere große Herausforderungen spiegeln sich im Kreis-Haushalt für 2017 wider, den Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr – wie gestern bereits kurz berichtet – im Kreistag eingebracht hat. Anders als sonst ließ er nicht vordergründig Zahlen sprechen, sondern per Power-Point an die Wand geworfene Bilder. Er stellte die gute wirtschaftliche Situation im Kreis mit einer Arbeitslosenquote von unter drei Prozent heraus. Mit Blick auf das 200-jährige Kreis-Jubiläum erinnerte er an den Ausbruch eines großen Vulkans in Indonesien, der 1816 den Himmel verdunkelte und auch im Kreis Coesfeld für Missernten sorgte. Das Jubiläums-Jahr wird am 16. November mit einem ökumenischen Gottesdienst und einem Festakt abgeschlossen.

Donnerstag, 03.11.2016, 17:46 Uhr

Etat-Einbringung für 2017: Hoher Finanzbedarf beim Katastrophenschutz und in der Straßenunterhaltung : Landrat lässt Bilder statt Zahlen sprechen
Einige Herausforderungen des Haushaltsjahres 2017 sind schon auf der Titelseite zu sehen: Der Kreis will sich darum kümmern, dass die Bürger mobil und gut versorgt bleiben. Aufgebaut werden soll ein Netz an E-Tankstellen. Foto: Kreis Coesfeld

0 Flüchtlingspolitik: Das Kommunale Integrationszentrum arbeite erfolgreich, so der Landrat. Sechs internationale Förderklassen seien an den Berufskollegs eingerichtet worden. „Noch eine Menge Bewegung“ sieht Schulze Pellengahr bei den Kleinsten: So besuchten zurzeit 164 Flüchtlingskinder eine Kita im Kreisjugendamtsbezirk – 193 Jungen und Mädchen im Alter von 0 bis 6 Jahren noch nicht.

0 Regionale 2016: Im Herbst 2017 soll die „WasserBurgenWelt“ auf Burg Vischering eröffnet werden. „Es sieht gut aus, dass wir das Projekt im Zeit- und Kostenrahmen umsetzen können“, hob der Landrat hervor.

0 Klimaschutz: Gut aufgestellt sieht der Landrat den Kreis: Für den Klima-Pakt seien bereits „Verbündete gewonnen worden“ – aber das sei „kein closed job“, da sollten noch einige dazukommen. Stolz ist er darauf, dass der Kreis Coesfeld als bundesweit erster Kreis eine flächendeckend einheitliche Lade-Struktur für Elektro-Mobilität aufbaut. 100 000 Tonnen CO2 sollen bei der Belüftung der Deponie in Höven eingespart werden.

0 Katastrophenschutz: „In die Jahre gekommen“, so Schulze Pellengahr, sei der in Dülmen stationierte ABC-Zug der Feuerwehr. Rund drei Millionen Euro müssten in den nächsten Jahren investiert werden. „Das ist kein Luxus“, stellte er klar. 720 000 Euro sollen im ersten Schritt schon 2017 für neue Fahrzeuge und Schutzanzüge ausgegeben werden.

0 Straßenbau: 58 Prozent der Kreisstraßen befinden sich in einem „unbefriedigenden Zustand“, berichtete der Landrat – das seien acht Prozent mehr als noch 2009. Eine besorgniserregende Entwicklung. „Hier müssen wir gegensteuern“, so Schulze Pellengahr. Er sehe „Handlungsbedarf, um die vorhandenen Kreisstraßen und Radwege in den nächsten Jahren gezielt zu ertüchtigen.“ Weiterkommen will er auch beim Thema K 17n (Südumgehung Dülmen).

0 Gebäude: Eine Lösung muss noch für die marode Astrid-Lindgren-Förderschule in Lüdinghausen gefunden werden. Auch das Gesundheitsamt in Dülmen ist baulich in einem schlechten Zustand. Schulze Pellengahr kündigte einen Neubau unweit des Kreishauses am Schützenwall in Coesfeld an.

0 Schnelles Internet: Erfreulich, so der Landrat, sei, dass 85 Prozent der Kreisbevölkerung mittlerweile mit 50 MBits/s im Internet surfen können. Das Hauptaugenmerk müsse nun auf den Außenbereich gelegt werden – „der darf nicht abgekoppelt werden“.

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