TV-Werbespot in Lettland gedreht
„Pauli“ nicht im Kreis Coesfeld zugelassen

Kreis Coesfeld. Das ist doch... ja genau: das COE-Kennzeichen! Fernsehzuschauer haben es in den vergangenen Tagen in Werbe-Spots der Ergo-Versicherungsgruppe entdeckt, die zur Prime-Time auf allen großen Sendern laufen. Es ist schon das zweite Mal, dass der Kreis Coesfeld bundesweit in der TV-Werbung Furore macht. Vor drei Jahren war es Mehmet Scholl, der mit Dacia-Autos am Schloss Nordkirchen seine Runden drehte, während am Computer animierte Delfine von einer Gräfte in die andere sprangen. Aber fährt „Pauli“, so der Name des Autos, dessen „Lebensgeschichte“ der Versicherungskonzern erzählt, um seine neue Police anzupreisen, überhaupt durch den Kreis Coesfeld? Die Straßen, der Wald – dem Heimatkundigen erscheint alles ziemlich unbekannt. Und richtig: „Die Pauli-Filme wurden nicht im Kreis Coesfeld gedreht“, verrät Amelie Merle Merten von der Ergo-Pressestelle in Düsseldorf auf Nachfrage unserer Zeitung. „Bei der Produktion haben wir mehrere Paulis genutzt – die Autos kommen aus Deutschland und wurden für den Dreh nach Riga gebracht“, berichtet sie. Aus Kostengründen sei der Spot unter der Regie von Pep Bosch von der Berliner Firma Trigger Happy in Lettland produziert worden. Die Macher nehmen dabei die emotionale Bindung der Deutschen zum Automobil aufs Korn. Merten: „Denn wer sein Auto liebt, will es auch gut versichern.“

Montag, 31.10.2016, 18:02 Uhr

TV-Werbespot in Lettland gedreht : „Pauli“ nicht im Kreis Coesfeld zugelassen
Das rote Auto „Pauli“ mit COE-Kennzeichen und „seine“ menschliche Familie sind die Stars der neuen bundesweiten TV- und Plakat-Kampagne. Foto (Ausschnitt): Ergo Group AG Foto: az

Aber warum taucht im Spot das COE-Kennzeichen auf? „Uns war es wichtig, dass es sich um kein Fantasie-Kennzeichen handelt, sondern dass es zum angegebenen Tarif passt“, berichtet sie. Und da sei die Wahl auf Coesfeld gefallen, weil dessen Gebiet zur Regionalklasse 1 gehört. Auch auf Plakatwänden werde bundesweit die Beispielrechnung für Coesfeld aufgemacht, erzählt Merten.

„Bei dem Spot“, gesteht sie, „haben wir dann allerdings doch ein bisschen gemogelt“. Das gezeigte COE-Nummernschild sei nämlich gar nicht echt. „Der Wagen ist nicht im Kreis Coesfeld zugelassen.“ Na ja, das können wir Kreis Coesfelder angesichts des neuerlichen Werbeeffekts für unseren Kreis wohl verschmerzen. Schließlich waren Scholls Delfine auch nicht echt...

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