Landwirte müssen in diesen Tagen auch Nachtschichten einlegen– Ergebnisse fallen durchschnittlich aus
Endspurt bei der Getreideernte

Kreis Coesfeld. Die Bauern im Kreis Coesfeld haben die Getreideernte weitgehend eingefahren. Wie der Landwirtschaftliche Kreisverband mitteilt, sind die hiesigen Erträge 2015 im Schnitt so hoch wie im Mittel der letzten Jahre und besser als angesichts des teilweise sehr trockenen Frühjahrs zu erwarten war. Die wechselhafte Witterung zwingt die Landwirte aktuell zu Nachtschichten.

Montag, 10.08.2015, 17:59 Uhr

Landwirte müssen in diesen Tagen auch Nachtschichten einlegen– Ergebnisse fallen durchschnittlich aus : Endspurt bei der Getreideernte
Landwirt Matthias Brüning (l.) und sein Auszubildender Alexander Sicking prüfen den Zustand der Triticale-Ähren, die ein Lohnunternehmen auf ihrem Acker in Coesfeld-Sirksfeld drischt. Qualität und Mengen der Getreideernte im Kreis sind 2015 durchschnittlich. Foto: az

Das Korn, das noch auf dem Halm steht, ist druschreif und sollte möglichst bald geerntet werden, erklärt der Vorsitzende des Kreisverbandes, Michael Uckelmann (Hiddingsel): „Sturmböen und Gewitterregen setzen dem reifen Getreide zu. Ähren oder sogar die ganze Pflanze können umknicken. Davon betroffene Bestände sind schwerer zu ernten. Zudem verringern sich sowohl Erntemenge als auch Qualität.“ Die für die nächsten Tage angekündigten Schönwetterphasen müssen die Landwirte nutzen, um das Getreide möglichst trocken und in hoher Qualität ernten zu können.

Morgens sitzt der Tau noch in den Ähren, weswegen die Erntemaschinen oft erst gegen Mittag ausrücken und dann bei gutem Wetter bis in die Nacht hinein unterwegs sind. Uckelmann bittet daher sowohl Bevölkerung als auch seine Berufskollegen um gegenseitige Rücksichtnahme: „Wir hoffen auf das Verständnis der Bürger, wenn in diesen Tagen durch große Maschinen der Verkehr hier und da ein wenig zähflüssiger läuft.“

Pflanzenbauberater Ludger Laurenz von der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW ist in diesen Tagen viel unterwegs. Bei den seit rund fünf Wochen laufenden Erntearbeiten hat er große Unterschiede festgestellt: „Auf den lehmigen Böden, wie zum Beispiel im Raum Billerbeck, sind die meisten Landwirte gut zufrieden und berichten häufig von überdurchschnittlichen Erträgen. Auf sandigeren Böden hingegen zeigte die Waage teilweise nur die Hälfte der sonst eingefahrenen Erntemengen an.“ Dies erklärt der Fachmann damit, dass lehmigere Böden auch bei längeren Trockenphasen das Wasser länger speichern als dies auf sandigen Standorten der Fall ist.

Marktexperten gehen davon aus, dass die Preise für Agrarrohstoffe aktuell konstant bleiben. Der Deutsche Bauernverband erwartet – trotz der im Vergleich zur Rekordernte des letzten Jahres diesmal kleineren Getreideernte – eine gute Versorgung des Getreidemarktes. Entsprechendes gilt für die Europäische Union und die weltweite Versorgung. Aufgrund der im weltweiten Vergleich geringen Ackerflächenausstattung hat Deutschland einen geringen Anteil an der Bildung des Weltmarktpreises.

Ab September werden die Landwirte mit der Maisernte beginnen. Hier ist Uckelmann zuversichtlich: „Der Mais entwickelt sich aktuell prächtig. Nach der Aussaat hat er sich in den trockenen Maiwochen zwar schwer getan, aber danach kamen Sonne und Regen immer zum richtigen Zeitpunkt.“

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