Sportwagenhersteller Wiesmann in Dülmen
Kreis Coesfeld richtet Impfzentrum im Gecko ein

Kreis Coesfeld. Das Impfzentrum des Kreises Coesfeld wird in den Veranstaltungsräumen des Sportwagenherstellers Wiesmann in Dülmen eingerichtet. Das gab die Kreisverwaltung am Montagnachmittag in einer Zoom-Pressekonferenz bekannt. Die zentrale Lage des Unternehmens im Kreisgebiet sowie die schnelle Anbindung an die A43 und den Öffentlichen Personennahverkehr waren letztlich ausschlaggebende Merkmale für die Entscheidung.

Montag, 30.11.2020, 17:18 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 07:12 Uhr
Sportwagenhersteller Wiesmann in Dülmen: Kreis Coesfeld richtet Impfzentrum im Gecko ein
Das Impfzentrum des Kreises Coesfeld wird im Gecko – den Veranstaltungsräumen – des Autobauers Wiesmann in Dülmen eingerichtet. Bis dort vor Ort geimpft werden kann, dauert es aber wohl noch bis zum Frühjahr. Foto: privat

Dabei ging „Gründlichkeit vor Schnelligkeit, damit Abläufe so gut wie möglich funktionieren und wir im laufenden Verfahren nicht komplett auf einen anderen Standort umschwenken müssen“, erklärt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, warum der Kreis Coesfeld später als andere Landkreise im Münsterland zu einer Entscheidung gekommen ist. Nun, ist der Landrat überzeugt, habe man jedoch die optimale Lösung gefunden. Das Gebäude in Form eines Geckos sei barrierefrei, „es gibt Parkraum für rund 200 Fahrzeuge und Büros können für Besprechungen genutzt werden. Das kommt uns ebenfalls zugute“, listet Ordnungsdezernent Ulrich Helmich weitere Vorzüge des Standorts auf.

Dass die Wahl auf Wiesmann gefallen ist, freut auch Dülmens Bürgermeister Carsten Hövekamp, der von einem „beeindruckenden Zeichen der Wirtschaft“ sprach und die Einrichtung des Impfzentrums als „ersten Weg aus der pandemischen Lage“ betrachtet. Wiesmann hatte bereits im Frühjahr seine Unterstützung angeboten, teilt der Sportwagenhersteller auf Anfrage unserer Zeitung mit. Auf dieses Angebot kamen die Stadt Dülmen und die Kreisverwaltung nun zurück. Es sei ein „spannendes und anspruchsvolles Unterfangen“, heißt es von Unternehmerseite aus. Doch Arbeits- und Produktionsflächen blieben davon unberührt. „Wir haben relativ viel Fläche und arbeiten weiter am Relaunch des neuen Wiesmann“, betont Eigentümer und CEO Roheen Berry, dass der Betrieb parallel weiterlaufe.

Ebenfalls zur Verfügung gestanden hätte die Steverhalle in Senden. Sie war als Alternativstandort in die Endauswahl gekommen, wie Schulze Pellengahr berichtet.

Der Landrat rechnet mit einem Zeitraum von rund einem halben Jahr, die das Impfzentrum bestehen bliebe. In den kommenden Wochen werden im Gecko des Unternehmens drei Impfstraßen eingerichtet. Mitte Dezember soll das Impfzentrum an den Start gehen. Malteser Hilfsdienst und Deutsches Rotes Kreuz sollen in die Organisation eingebunden werden. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mitteilt, wird sie in den Impfzentren den medizinischen Teil der Impfung vorbereiten und begleiten. „Dazu gehört neben der Impfung selbst auch die Impfaufklärung“, erklärt Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Der Kreis Coesfeld übernimmt die Verwaltungsabläufe wie die Terminvergabe und die Registrierung der Bürger.

Die Impfstrategie insgesamt ist in drei Phasen gegliedert. In der ersten sollen mobile Impfteams vom Impfzentrum aus in Altenheime und Krankenhäuser entsendet werden, um die sogenannten vulnerablen Gruppen zu impfen. Auch Hausbesuche bei Bedürftigen seien nicht ausgeschlossen. Ab April/Mai sollen Bürger nach Terminvereinbarung vor Ort geimpft werden. „Wir planen für einen umfangreichen Zeitraum von bis zu zwölf Stunden am Tag von 8 bis 20 Uhr und das sieben Tage die Woche“, beschreibt Helmich den Fahrplan. So sollen täglich 600 bis 700 Personen geimpft werden können. Auch über den Einsatz von Shuttle-Bussen zum Impfzentrum denke man nach. Wenn später genügend Impfstoff vorhanden ist, sollen sich die Impfungen schließlich in die Hausarztpraxen verlagern.

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