Branchenvertreter tauschten sich im Krisenstab Wirtschaft aus
Lockdown sorgt für Insolvenzen

Kreis Coesfeld. Auf Einladung von Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr kamen im Krisenstab Wirtschaft erneut Vertreter des Kreises Coesfeld, der Städte und Gemeinde, der Agentur für Arbeit und der Wirtschaftsverbände zusammen, um über die wirtschaftliche Lage im Kreis zu beraten. Gesamtwirtschaftlich ist die Lage im Kreis nach wie vor stabil. Das bestätigte Rolf Haiber von der Agentur für Arbeit, der einen Überblick über die aktuellen Arbeitsmarktdaten gab. Etwa 1100 Betriebe seien aktuell tatsächlich in Kurzarbeit, das normale Arbeitsvolumen sei im Schnitt um 25 bis 30 % verringert.

Samstag, 01.05.2021, 06:00 Uhr
Branchenvertreter tauschten sich im Krisenstab Wirtschaft aus: Lockdown sorgt für Insolvenzen
Vertreter des Kreises Coesfeld, der Städte und Gemeinde, der Agentur für Arbeit und der Wirtschaftsverbände kamen im Krisenstab Wirtschaft zusammen. Zwar kommt der Kreis Coesfeld insgesamt bislang relativ gut durch die Krise, aber mehrere Branchen sind stark betroffen. Foto: az

Ulrich Müller, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Coesfeld, bestätigte die stabile gesamtwirtschaftliche Lage für das Handwerk insgesamt. Er lenkte den Blick aber auf die Branchen, die besonders von den Einschränkungen der Pandemie betroffen sind. Inzwischen seien vermehrt Insolvenzen zu beobachten, zum Beispiel im Friseurhandwerk, so Müller.

Auch Karin Eksen für den Handelsverband Westfalen-Münsterland und Renate Dölling für den Dehoga Westfalen bestätigen die schwierige Lage für den Einzelhandel und das Gastgewerbe. Der lange Lockdown beeinträchtige die Branchen massiv; der wirtschaftliche Druck nehme deutlich zu. Hinzu komme die enorme Unsicherheit bei aktuell tendenziell steigenden Inzidenzen. Click & Collect-Angebote oder Lieferservices sind bei weitem nicht in der Lage, die Umsatzeinbußen aufzufangen, beurteilen die Experten die Lage. Auch in diesen Brachen zeichneten sich bereits Geschäftsaufgaben ab. Gerade im Gastgewerbe habe die fehlende Perspektive zudem dazu geführt, dass qualifizierte Mitarbeiter in andere Branchen gewechselt seien.

Die pandemiebedingt beschleunigten Veränderungen im stationären Einzelhandel hat die Bezirksregierung Münster zum Anlass genommen, verstärkt die Auswirkungen auf die Entwicklung der Innenstädte in den Blick zu nehmen. Das regionale Coronaforum, ein Arbeitskreis verschiedener Wirtschaftsexperten, erarbeitet dazu Empfehlungen, wie sowohl kurzfristig der Handel in den Innenstädten wiederbelebt, als auch mittel- bis langfristig der Strukturwandel in den Innenstädten erfolgreich gestaltet werden kann.

Besonderes Augenmerk richtete der Krisenstab Wirtschaft ferner auf den Ausbildungsmarkt. Im Vergleich zu letzten Frühjahr ist die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden um 13 % massiv zurückgegangen.

Hauptproblem ist dabei, dass die Schüler nicht durch persönliche Angebote der Ausbildungsberatung in den Schulen erreicht werden können.

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