„Nicht auf einen Anbieter festlegen“
Keine Luca-Anhänger vom Kreis

Kreis Coesfeld. Kein Smartphone und trotzdem schnell die Kontaktdaten in Geschäften hinterlegen: Als analoges Gegenstück zur Luca-App gibt es Luca-Schlüsselanhänger mit aufgedruckten QR-Codes, mit denen Menschen auch ohne Handy einchecken können. Im Kreis Warendorf und anderen Kommunen erhalten Interessierte die Luca-Schlüsselanhänger kostenlos.

Donnerstag, 22.04.2021, 07:00 Uhr
„Nicht auf einen Anbieter festlegen“: Keine Luca-Anhänger vom Kreis
Die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung gibt es auch analog als Schlüsselanhänger. Damit können Menschen, die kein Smartphone haben, in Geschäften, Theatern oder anderen Orten ihre Kontaktdaten hinterlegen. Der Kreis Coesfeld will die Schlüsselanhänger allerdings nicht kaufen und dann an Interessierte abgeben, weil er sich nicht auf einen Anbieter festlegen will. Foto: dpa

Der Kreis Coesfeld wird so ein Angebot jedoch nicht machen, heißt es auf Nachfrage. „Wir würden uns damit auf einen Anbieter festlegen und das wollen wir nicht“, erklärt Hartmut Levermann von der Pressestelle, warum der Kreis Coesfeld keine Luca-Schlüsselanhänger eingekauft hat, um sie an Bürger zu verteilen. Der Kreis überlasse die Entscheidung den Unternehmen oder Veranstaltern. „Es gibt schließlich auch andere Systeme.“

Datenschützer warnen inzwischen, dass das System nicht ausgereift sei. Fremde könnten den QR-Code auf dem Anhänger einscannen. Ein Foto vom Schlüsselanhänger würde dazu bereits reichen. Die Datenschutz-Bedenken waren es allerdings nicht, warum der Kreis Coesfeld die Schlüsselanhänger nicht anbietet. „Die Entscheidung ist schon früher gefallen“, erklärt Levermann.

Der Kreis verweist darauf, dass die Registrierung auch weiterhin handschriftlich möglich ist. Für alle, die kein Smartphone besitzen oder die App nicht nutzen wollen.

„Sorgen muss das Geschäft oder Unternehmen dafür, dass es die Daten des Kunden erfasst und dem Gesundheitsamt übermittelt“, so Levermann. Viele Geschäfte im Kreis Coesfeld fahren zweigleisig: Man kommt entweder per App mit dem Smartphone in den Laden oder trägt sich handschriftliche in Listen ein.

Bei den Apps ist die Luca-App im Kreis Coesfeld bereits verbreitet, die auch als Eintrittskarte für Restaurants oder für Kultur- und andere Veranstaltungen, für Kirche und Treffen dienen kann.

Beim Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld wiederum ist die Luca-App ebenfalls registriert, erklärt Levermann. Das bedeutet, dass das Gesundheitsamt die Möglichkeit hat, im Falle eines Falles schnell auf Kontaktdaten zugreifen und die betroffenen Personen informieren kann, wenn zum Beispiel in ihrer Nähe Corona-Ansteckungen aufgetreten sind. Bislang sei nur die Luca-App registriert. Der Kreis sei aber auch für andere Systeme offen, so Levermann. Es gebe einige weitere App-Anbieter, die gerne aufgenommen werden würden. Die Angebote müssten aber eine Reihe an Bedingungen erfüllen, auch datenschutzrechtliche, damit das klappt. Der Kreis prüfe derzeit die Angebote.

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