Kreis bewirbt sich als Modellkommune für Öffnungen trotz Corona
Hereinspaziert bei Negativ-Test

Kreis Coesfeld. Der Kreis Coesfeld bewirbt sich als Modellregion beim Land NRW für schrittweise Öffnungen bei gleichzeitig flächendeckenden Tests. Sollte das klappen, könnten auch mit den jetzt geplanten strengeren Corona-Regeln im Kreis Coesfeld Öffnungen von Geschäften und sogar von Gastronomie sowie Kulturveranstaltungen möglich sein. Voraussetzung dafür wäre ein strenges Testprozedere mit negativen Corona-Tests von Kunden und Besuchern.

Donnerstag, 25.03.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 25.03.2021, 06:02 Uhr
Kreis bewirbt sich als Modellkommune für Öffnungen trotz Corona: Hereinspaziert bei Negativ-Test
Breite Testungen gehören zu den Voraussetzungen, um Modellkommune sein zu können. Der Kreis Coesfeld hat sich darum jetzt beworben. Eine Entscheidung soll bereits vor Ostern fallen. Sollte es klappen, wären weitere Öffnungen möglich, auch von Außengastronomie. Fotos: Archiv Foto: az

„Wir haben sehr gute Voraussetzungen“, sagt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Er verweist auf die frühzeitig ausgebaute Test-Infrastruktur mit den Testzentren des Deutschen Roten Kreuzes. Nach wie vor habe der Kreis Coesfeld relativ niedrige Infektionszahlen. „Zugleich haben wir auch Erfahrungen mit starken Ausbrüchen – und daraus einiges lernen können.“ Der Kreis habe sich frühzeitig digital auf den Weg gemacht, so mit dem Einsatz der „Sormas“-Software im Gesundheitsamt. Jüngst ist der Kreis Modellregion für die „Luca“-App. Dies seien gute Voraussetzungen, um Modellkommune zu werden, findet der Landrat.

Hintergrund ist der jüngste Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz nach dem Abstimmungsmarathon zur Corona-Pandemie in der Nacht zu Dienstag. Der Beschluss sieht ausdrücklich die Einrichtung von Modellregionen vor, in denen zum Beispiel Geschäfte und Gastronomie öffnen dürfen. Die Bedingung dafür wären negative Testergebnisse der Kunden oder Besucher als Zugangskriterium. Auch IT-gestützte Prozesse zur Kontaktverfolgung und eine enge Rückkopplung an das Gesundheitsamt sind Bausteine.

CDU und FDP im Kreis Coesfeld machten nach Bekanntwerden des Beschlusses den Vorstoß, dass sich der Kreis Coesfeld als Modellregion bewirbt. In einem gemeinsamen Schreiben fordern die beiden Fraktionsvorsitzenden Klaus-Viktor Kleerbaum (CDU) aus Dülmen und Henning Höne (FDP) aus Coesfeld den Landrat auf, eine entsprechende Bewerbung auf den Weg zu schicken.

„Einerseits gab es im Verlauf der Pandemie vergleichsweise niedrige Infektionszahlen. Andererseits haben wir lokal auch Erfahrungen mit größeren Ausbrüchen machen müssen“, heißt es in dem Schreiben von Kleerbaum und Höne, letzterer auch FDP-Landtagsabgeordneter. Dies biete eine interessante Ausgangslage für eine nähere Untersuchung. Auch sie verweisen auf die kreisweite Test-Infrastruktur des DRK.

„Ministerpräsident Armin Laschet hat in der Plenardebatte heute angekündigt, dass die Landesregierung die Einrichtung von ungefähr sechs Modellregionen plant“, berichtet Höne. Eine Entscheidung soll noch vor Ostern fallen.

„Ich habe den Ball gerne aufgegriffen“, so Schulze Pellengahr zum Vorstoß von Höne und Kleerbaum. Dann ging alles schnell. Noch gestern eine Beratung mit den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden des Kreises, die grünes Licht sendeten. Nun soll die Bewerbung abgeschickt werden.

Die jetzige Corona-Verordnung des Landes NRW läuft am Sonntag aus, ab Montag gelten strengere Regeln. Die neue Version liege dem Kreis aber noch nicht vor, so Schulze Pellengahr. Er gehe jedoch nicht davon aus, dass es bei den derzeitigen Sonder-Lockerungen mit Einkaufsmöglichkeiten ohne Anmeldungen im Kreis Coesfeld bleiben werde. „Zumal wir ja inzwischen nicht mehr dauerhaft einen Inzidenzwert von unter 50 vorweisen können, auch wenn die Zahlen noch immer relativ niedrig sind“, so Schulze Pellengahr. Ein langfristiger Wert von unter 50 war Voraussetzung für die jetzigen Sonderregelungen. „Deswegen sehen wir es als eine Chance, wenn wir mit unseren starken Strukturen Modellregion werden würden und für weitere Öffnungsmöglichkeiten sorgen könnten“, so Schulze Pellengahr.

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