Träger von Ganztagsbetreuung sauer
„Impfzentrum hat nur Lehrer informiert“

Kreis Coesfeld. Michael Fiege ist sauer. Seit Wochen leisten Erzieher und Mitarbeiter des offenen Ganztags im Lockdown die Notbetreuung für die Kinder. Doch nun haben nicht sie, sondern nur Lehrer per Mail die Information vom Kreis erhalten, dass es bald mit dem Impfen losgeht. Kaum, dass sie nach dem Lockdown wieder Unterricht vor Ort in den Schulen geben. „Das ist nicht fair und eine Diskriminierung“, sagt Fiege, Vorsitzender des Vereins Schule, Jugend, Kids & Co e.V., Träger der Ganztagsbetreuung an den Grundschulen in Senden. „Was ist mit den Erziehern, Schulpsychologen und anderen Mitarbeitern, die bereits die ganze Zeit seit dem Lockdown im Januar die Schüler betreuten – und natürlich weiterhin betreuen?“ fragt er.

Samstag, 27.02.2021, 09:02 Uhr aktualisiert: 27.02.2021, 09:10 Uhr
Träger von Ganztagsbetreuung sauer: „Impfzentrum hat nur Lehrer informiert“
Seit Wochen kümmert sich das Personal der Ganztagsbetreuung um die Notbetreuung in den Schulen. Über die angekündigte Impfung wurden aber nur Lehrer informiert, ärgert sich Michael Fiege von Schule, Jugend, Kids und Co. e.V., Träger der Betreuung in Senden. Foto: az

Fiege beruft sich auf NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, der über die Medien Anfang der Woche ankündigte, dass in NRW bereits ab der ersten Märzhälfte Lehrer und Erzieher geimpft werden sollen. Also nicht nur Lehrer. Allein in Senden haben sich 50 Mitarbeiter um die Notbetreuung der Grundschüler täglich von 8 bis 16 Uhr im Lockdown gekümmert.

Der Kreis bestätigt auf Nachfrage, dass das Impfzentrum die Schulleitungen der Grund- und Förderschulen angeschrieben hat. Die E-Mail enthalte Vorab-Informationen zur Vorbereitung auf die Corona-Impfung. Termine seien nicht vergeben worden, betont Hartmut Levermann von der Pressestelle. Das Verfahren diene dazu, um Zeit für die Planung im Impfzentrum zu gewinnen. „Derzeit gibt es auch noch keinen Erlass vom Land und damit keine verbindliche Rechtsgrundlage, um mit der Impfung von Lehrkräften beginnen zu können“, sagt Levermann. In dem Erlass, den der Kreis und die Kommunen erwarten, ist Näheres geregelt. Auch, ob das Betreuungspersonal des offenen Ganztages oder andere Fachkräfte berücksichtigt werden. „Dann werden diese Personen selbstverständlich ebenfalls prioritär behandelt und von uns informiert“, betont Levermann. Das sei aber zurzeit noch nicht klar.

Für Fiege bleibt die Frage, warum der Kreis dann im Vorfeld bereits die Lehrerschaft informiert habe. „Laut Laumann sollen wir genauso berücksichtigt werden.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7840513?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F819241%2F1324401%2F
Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Liveticker: Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Nachrichten-Ticker