Jahresbilanz Arbeitsmarkt: Trotz Pandemie robust
Kurzarbeit verhinderte Arbeitslosigkeit

Kreis Coesfeld. 2020 – das Jahr der Pandemie – bedeute auch für die Agentur für Arbeit eine besondere Herausforderung. „Kurzarbeit war das Mittel der Wahl“, berichtete Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, im Pressegespräch zur Jahresbilanz. So häufig wie noch nie zuvor zeigten Betriebe Kurzarbeit an – „und verhinderten damit eine Massenarbeitslosigkeit im Kreis Coesfeld“. Einen Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen gab es zwar, aber er hielt sich in Grenzen. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr kletterten die Zahlen im Kreis Coesfeld von 3368 Arbeitslosen im März auf 4436 im August und fielen dann wieder lauf 3793 im Dezember. „Der Arbeitsmarkt zeigte sich in Anbetracht der wirtschaftlichen Verwerfungen sehr robust“, erklärt Rolf Heiber, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Coesfeld. „In der zweiten Jahreshälfte besserte sich die Situation und die Betriebe stellten wieder vermehrt ein.“

Donnerstag, 21.01.2021, 08:00 Uhr
Jahresbilanz Arbeitsmarkt: Trotz Pandemie robust: Kurzarbeit verhinderte Arbeitslosigkeit
Trotz der Pandemie zeigte sich der Arbeitsmarkt 2020 im Kreis Coesfeld relativ stabil, zieht Arbeitsagentur-Chef Johann Meiners (kleines Bild) Bilanz. Viele Betriebe setzten auf Kurzarbeit. Die Zahlen basieren auf angezeigte Kurzarbeit; in der Realität waren dann in den Sommermonaten nach Hochrechnungen weit mehr Personen betroffen; für Herbst und Winter gibt es noch keine Zahlen zur tatsächlich umgesetzten Kurzarbeit. Grafik: Jürgen Christ Foto: az

Die Kurzarbeit-Regelungen gelten noch bis zum Jahresende. Die Zahlen untermauern, dass zahlreiche Unternehmen und Arbeitnehmer nach wie vor davon betroffen sind: Im Dezember haben 436 Betriebe im Agenturbezirk Kurzarbeit angezeigt, mit 11 351 Mitarbeitern. In der Realität wurden die

Zahl in den zurückliegenden Monaten allerdings bei weitem überschritten. In der Spitze, im April 2020, waren 3698 Betriebe und 39 966 Beschäftigte im Agenturbezirk in Kurzarbeit.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sei das Interesse groß, die Mitarbeiter weiterhin zu beschäftigen, so Meiners. Die Zahl der freien Stellen fiel zunächst. Bereits kurz vor den Sommerferien zeichnete sich aber ab, dass sie sich normalisierte.

„Wir haben zum Ende des ersten Lockdowns gesehen, dass die Unternehmen schnell wieder zu Kräften gekommen sind“, sagte Heiber. Die Hoffnung haben die Arbeitsagentur-Experten auch für die anstehende Zeit. Sofern die angekündigten Hilfen kommen. „Ein langer und intensiver Lock-Down ist für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt natürlich eine enorme Belastung“, so Meiners. „Wir sind aber optimistisch, dass wir mit dem Kurzarbeitergeld und der verlängerten Anspruchsdauer auch in diesem Jahr vielen Betrieben und Beschäftigten helfen können“, so Heiber. Für die Zeit nach der Pandemie setzen sie schon jetzt auf die Qualifizierung von Beschäftigten.

Auch für die Agentur für Arbeit war das zurückliegende Jahr herausfordernd. Durch den Anstieg der Kurzarbeit musste die Abteilung aufgestockt werden und Mitarbeiter in kurzer Zeit umsatteln. „Um den Betrieben zu helfen, wollten wir schnell sein“, so Meiners. Die Bearbeitung habe nicht länger als acht Tage gedauert.

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