Delegierter Marc Henrichmann über die CDU-Vorsitzendenwahl
„Laschet überzeugte durch seine starke, sehr persönliche Rede“

Kreis Coesfeld. Die CDU hat beim digitalen Bundesparteitag Armin Laschet als ihren neuen Vorsitzenden gewählt. Mit dabei waren sechs Delegierte aus der CDU Kreis Coesfeld. Darunter Bundestagsabgeordneter und Kreis-CDU-Vorsitzender Marc Henrichmann aus Havixbeck. Unser Redaktionsmitglied Viola ter Horst sprach mit ihm.

Montag, 18.01.2021, 05:00 Uhr
Delegierter Marc Henrichmann über die CDU-Vorsitzendenwahl: „Laschet überzeugte durch seine starke, sehr persönliche Rede“
„Wir brauchen in diesen schwierigen Zeiten alle drei Kandidaten“: March Henrichmann. Foto: az

War Armin Laschet Ihr Favorit – oder wen haben Sie vorn gesehen?

Henrichmann: Wir hatten drei sehr gute Kandidaten. Es war im Vorfeld sehr schwierig, den Ausgang der Wahl voraus zu sagen. Und es ist das erwartete offene Rennen geworden. Auch ich hatte keinen Favoriten und war sehr gespannt auf den Ausgang.

Für wen fiel Ihr Votum?

Henrichmann: Die Abstimmung über den Bundesvorsitzenden ist wie jede demokratische Wahl geheim. Daran möchte ich mich halten. Armin Laschet hat aber zweifellos viele Delegierte durch seine starke, sehr persönliche Rede überzeugt. Er hat gezeigt, dass er integrieren kann. Mir hat sehr gefallen, dass er die CDU als Volkspartei der Mitte positionieren will.

Ist Laschet für Sie auch der Kanzlerkandidat – welche Konstellation könnten Sie sich sonst vorstellen?

Henrichmann: Die Frage der Kanzlerkandidatur stellt sich jetzt noch nicht. Wir stehen durch Corona vor sehr großen Herausforderungen. Unser Koalitionspartner handhabt das mit Olaf Scholz leider anders. Das halte ich für unverantwortlich. CDU und CSU werden sich zu gegebener Zeit zusammensetzen. Klar ist für mich aber, dass Armin Laschet als Bundesvorsitzender der CDU ein Zugriffsrecht auf die Kandidatur hat. Er regiert erfolgreich NRW und er kann Wahlen gewinnen.

Was wird aus Friedrich Merz, wo sehen Sie ihn? Und Jens Spahn?

Henrichmann: Wir brauchen in diesen schwierigen Zeiten alle drei Kandidaten und ihre Anhänger. Die Wirtschaftskompetenz von Friedrich Merz steht uns gut zu Gesicht. Armin Laschet hat nach seiner Wahl schon angeboten, ihn einzubinden. Ich hoffe sehr, dass sich Merz weiterhin in unserer Partei einbringt. So, wie Norbert Röttgen das tut. Jens Spahn ist Teil des Tandems mit Laschet. Jetzt ist er zu allererst Bundesgesundheitsminister. Und da stehen bekanntlich gewaltige Aufgaben an.

Welche Herausforderungen sind für die CDU jetzt am größten?

Henrichmann: Die Bundesrepublik steht in ihrer schwersten Krise. Wir brauchen jetzt Geschlossenheit, in unserer Partei genauso wie in der Gesellschaft. Was in Washington passiert ist, sollte für uns eine Mahnung sein. Terroristen und geistige Brandstifter gibt es auch bei uns. Wir stehen neben der Bekämpfung der Pandemie und ihrer Folgen auch vor der großen Herausforderung, die Spaltung unserer Gesellschaft zu überwinden und unser Land in eine noch erfolgreichere Zukunft zu führen.

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