Frauen e.V. und SI machen auf Orange Day am 25. November aufmerksam / Keine Ausstellung
Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen

Kreis Coesfeld. Frauen e.V. und Soroptimist International (SI) – der Service-Club berufstätiger Frauen mit gesellschaftspolitischem Engagement – machen auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November aufmerksam. Eigentlich sollte zum Orange Day, wie der Gedenktag auch genannt wird, eine Installation im Coesfelder Schlosspark starten, die Veranstaltung fällt wegen der Coronapandemie aber aus. „Wir sind tieftraurig“, bedauert Miriam Harosh-Pätsch von Frauen e.V. Dabei liefen schon alle Vorbereitungen, ein Handwerksbetrieb fertige die Glas-Stelen und nach dem Aufruf in unserer Zeitung trudelten kartonweise rote Schuhe für die Aktion ein. Mit der Ausstellung im Park sollte das Thema Femizide aufgegriffen werden – der Begriff umschreibt Tötungen von Frauen wegen ihres Geschlechts. Die Aktion soll nun nächstes Jahr stattfinden.

Freitag, 20.11.2020, 09:00 Uhr
Frauen e.V. und SI machen auf Orange Day am 25. November aufmerksam / Keine Ausstellung: Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen
Die Installation, bei der auch rote Schuhe eingesetzt werden sollten, fällt zwar flach. Trotzdem machen Frauen e.V. und SI auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam und bitten die Bürger, am 25. November ein Zeichen zu setzen. V.l. Ulrike Hemker, Miriam Harosh-Pätsch Corinna Brandenburger, Gisela Walter. Fotos: vth Foto: az

Aber auch in diesem Jahr wollen die beiden Frauenorganisationen nicht, dass das Thema unbeachtet bleibt. „Viele Mädchen und Frauen benötigen die Botschaft, dass wir da sind und an sie denken“, sagt Harosh-Pätsch.

Zwar findet keine Veranstaltung statt, „aber wir wollen trotzdem auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen“, betont Gisela Walter, Präsidentin des SI-Clubs Coesfeld. Auf den sozialen Medien-Seiten von SI (Facebook, Instagram) sollen vom Orange Day (25. November) bis zum Tag der Menschenrechte (10. Dezember) Informationen über Gewalt gegen Frauen laufen.

Die Frauen-Organisationen bitten die Bevölkerung, am Orange-Day das Anliegen zu unterstützen und ein Zeichen zu setzen. „Orangefarbige Kleidung oder Accessoires tragen oder vielleicht ein oranges Licht auf die Fensterbank stellen“, nennt Corinna Brandenburg von Frauen e.V. Beispiele. Aufmerksam macht Frauen e.V. auch auf die Online-Petition „Stoppt das Töten von Frauen #saveXX“ von Prof. Dr. Kristina Wolff auf der Plattform change.org. Wolff sammelt Fälle von getöteten Frauen durch ihre Partner oder andere Männer. Genau diese Femizide wollten Frauen e.V. und SI in der geplanten Ausstellung im Park eigentlich veranschaulichen, indem die Taten auf Glassäulen beschrieben werden.

„Gewalt ist keine Privatsache“, betont Corinna Brandenburger von Frauen e.V. Femizide, so die Forderung von Frauen e.V., sollten auch als solche benannt, erfasst und rechtlich beurteilt werden. So milderten Bezeichnungen wie „Beziehungsdrama“ oder „Ehrenmord“ die grausamen Gewaltverbrechen schon sprachlich ab.

„Hinter häuslicher Gewalt stecken viele, viele gebrochene Frauen, die sich oft nichts mehr trauen“, sagt Harosh-Pätsch. „Wir möchten ihnen sagen, dass wir sie sehen und Hilfe bieten.“ Oftmals wüssten die Betroffenen nicht, an wen sie sich wenden können. Auch auf Hilfsangebote will Frauen e.V. anlässlich des Orange Days hinweisen.

„Die Zahlen von Gewalttaten sind eher steigend“, sagt Ulrike Hemker vom Förderverein Frauen e.V.

Nach der aktuellen Statistik des Bundeskriminalamtes wurden 2019 insgesamt 141 792 Menschen in Deutschland Opfer von Partnerschaftsgewalt (2018: 140 755). Knapp 115 000 Opfer waren weiblich. Mord oder Totschlag gab es in 301 Fällen, zu 76,4 Prozent waren Frauen die Opfer.

Wie viele Gewaltopfer es tatsächlich gibt, ist dabei unklar. Opfer bringen oftmals Straftaten nicht zur Anzeige, so ein Ergebnis der aktuellen so genannten Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Gewalt in NRW“, bei der das Ministerium 60 000 Bürger in NRW befragte – aus dem Kreis Coesfeld auch Bürger in Dülmen. „Sexuelle Übergriffe sind keine Kavaliersdelikte und nicht die Schuld der Opfer“, kommentierte Ministerin Ina Scharrenbach und ermutigte Opfer, die Taten anzuzeigen.

Hilfe

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (24-Stunden-Beratungsangebot), Tel. 08000 /116 016

Frauenhaus (Dülmen); 24 Stunden erreichbar: Tel. 02594 86854

Frauen e.V., Gartenstraße 12, Coesfeld, Tel. 02541/ 970620

Tag gegen Gewalt an Frauen

Der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“ findet weltweit am 25. November statt. An und um diesen Tag informieren die Veranstalter über Formen und Ausmaß von Gewalt gegen Frauen. Schon seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen Aktionen an diesen Tag, der auch „Orange Day“ genannt wird. Zurück geht der Tag auf den Fall der Schwestern Mirabal. Die dominikanischen Regimegegnerinnen wurden 1960 in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo ermordet.

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