Aktionen rund um die Vollmacht
Vorsorgen für den Fall des Falles

Kreis Coesfeld. Vormunschaft, Entmündigung – viele haben die Vorstellung, dass so etwas eintritt, wenn sie durch Alter, Krankheit oder Unfall selber nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen. „Das ist aber heute nicht mehr so“, sagt Anne Thier vom SkF-Betreuungsverein. Statt dessen ist nach einer Reform 1992 ein Betreuungsrecht in Kraft getreten, das zum Ziel hat, Menschen zu unterstützen, statt sie zu entmündigen. „Früh genug sollte man sich darüber Gedanken machen, wer im Falle eines Falles die Betreuung übernimmt“, sagt Angela Krüper vom SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) Coesfeld, der im Kreis Coesfeld für die Betreuungen zuständig ist. Wer sich also um finanzielle Dinge kümmert, Versicherungsangelegenheiten regelt oder über medizinische Behandlungen entscheidet. „Betreuungen erstrecken sich oft auch nur auf bestimmte Bereiche.“ Festlegen kann man das im Vorfeld selber mit einer Vorsorgevollmacht.

Sonntag, 27.09.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 27.09.2020, 07:10 Uhr
Aktionen rund um die Vollmacht: Vorsorgen für den Fall des Falles
Wenn Hilfe benötigt wird: Mit einer Vollmacht kann man rechtzeitig selbst bestimmen, wer sich zum Beispiel um finanzielle oder Versicherungs-Angelegenheiten kümmern soll. Foto: az

In einer Aktionswoche klären die SkF-Betreuungsvereine Coesfeld, Dülmen und Lüdinghausen vom 28. September bis 3. Oktober über die Aufgaben auf und informieren auch interessierte ehrenamtliche Betreuer (wir berichten bereits).

„Nur mit einer Vollmacht lässt sich regeln, wer im Falle eines Falles als Betreuer eingesetzt wird“, erklärt Thier. „Dass bei Eheleuten der Partner automatisch entscheidet, ist ein weit verbreiteter Irrtum“, sag Krüper. Denn nach derzeitigem Recht haben Ehepartner in keinem Bereich ein automatisches Vertretungsrecht, auch nicht bei medizinischen Fragen. Allerdings ist gerade in diesem Punkt eine Änderung geplant. Aktuell beschloss jetzt das Bundeskabinett, dass das Betreuungsrecht reformiert werden soll. Danach sollen sich Ehegatten befristet auf drei Monate in Angelegenheiten der Gesundheitssorge kraft Gesetzes gegenseitig vertreten können. Viele weitere Punkte sollen sich mit dem Ziel ändern, „die Selbstbestimmung der betroffenen Menschen zu stärken“, wie es auf der Seite der Bundesregierung heißt.

0 Fragen zu Vollmacht und Patientenverfügung? Über die Aufgaben als Betreuer? In einer Telefonaktion in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung können Sie nächsten Mittwoch (30.9.) Experten dazu anrufen. Die Telefonnummern veröffentlichen wir am Mittwoch auf der Kreisseite.

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