Abdichtungsbahnen für Deponie sollen mindestens 100 Jahre halten
Schwarzer Kunststoff am Müllhang

Kreis Coesfeld. Schwarze Kunststoffbahnen rollen sich am Hang herunter. Fast wie bei einem Kunstwerk von Christo. Doch Kunst ist das nicht, was sich auf der ehemaligen Mülldeponie in Coesfeld-Höven abspielt. Bei den speziellen Kunststoffbahnen handelt es sich um Abdichtungen, die in einem aufwändigen Prozess die Deponie undurchlässig machen sollen. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und der Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (WBC) sahen sich gestern vor seiner letzten Sitzung in alter Konstellation den Fortschritt der Arbeiten auf dem Müllberg an.

Dienstag, 22.09.2020, 18:36 Uhr
Abdichtungsbahnen für Deponie sollen mindestens 100 Jahre halten: Schwarzer Kunststoff am Müllhang
WBC-Aufsichtsrat und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (l.) sehen sich den Fortschritt der Abdichtungsarbeiten an. WBC-Chef Stefan Bölte (4.v.r.) erklärt die speziellen Kunststoffbahnen. Foto: Viola ter Horst

Wie bereits berichtet, soll die frühere Deponie, in der zwischen 1969 und 2003 Abfälle fast aus dem ganzen Kreis Coesfeld abgelagert wurde, in mehreren Bauabschnitten endgültig abgedichtet werden. Dafür sind nun die aufgerollten Bahnen aus speziellem Kunststoff eingetroffen, „der mindestens 100 Jahre halten soll“, wie WBC-Geschäftsführer Stefan Bölte erläuterte.

In dem bis zu 28 Meter hohen Berg schlummern 2,3 Millionen Kubikmeter Abfall, der seit der Schließung der Deponie in 2003 verrottet. Eine endgültige Abdichtung der Deponie ist nur möglich, wenn der Verrottungsprozess weitgehend abgeschlossen ist. Unten am Hang ist das der Fall, wie Messungen ergaben. Deswegen startet dort im ersten Abschnitt die Verdichtung. Wie bei einer Torte werden – neben der speziellen Kunststofffbahn – mehrere Schichten aufgetragen. Die einzelnen Bahnen werden miteinander verschweißt. Unten am Hang soll später eine asphaltierte Ladefläche entstehen und die Straße wird verbreitert werden. Außerdem wird ein Regenrückhaltebecken errichtet.

Die Bürger müssen keine Erhöhung der Abfallkosten durch die Maßnahme befürchten, denn der Kreis hat bereits seit Jahren Rücklagen für das insgesamt 25-Millionen-Euro-Projekt gebildet. Der Kreis ist für die Nachsorge der Deponie zuständig und hat diese Aufgaben auf die WBC übertragen.

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