Das superschnelle Mobilfunknetz ist im Kreis Coesfeld angekommen
Die erste 5G-Antenne in Betrieb

Kreis Coesfeld. 5G ist im Kreis Coesfeld angekommen. Der Telekommunikationsanbieter Vodafone hat jetzt im Gewerbepark St. Barbara in Dülmen den ersten Standort im Kreis Coesfeld mit drei 5G-Antennen in Betrieb genommen.

Dienstag, 14.07.2020, 08:00 Uhr
 Das superschnelle Mobilfunknetz ist im Kreis Coesfeld angekommen: Die erste 5G-Antenne in Betrieb
Dr. Jürgen Grüner (Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld), Stephan Schneider (Vodafone) , Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Jochen Wilms (wfc) freuen sich über die Inbetriebnahme der ersten 5G Antenne im Kreis Coesfeld am Standort Dülmen. Foto: vth Foto: az

Genutzt wird für die neue Technik ein bereits vorhandener Mast. Als Nachfolger von 4G soll 5G das mobile Netz revolutionieren. Mobile Daten können noch schneller übertragen werden. „Der Mast markiert einen Meilenstein im Ausbau der digitalen Infrastruktur in unserer Region“, betonte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, der extra seinen Urlaub für den Termin gestern unterbrach. „Eine angenehme Unterbrechung“, meinte er und verwies auf den Stellenwert der 5G-Technologie für die Standortattraktivität.

Wer ein 5G-fähiges Smartphone besitzt und in Dülmen im Umkreis von etwa zwei Kilometern von dem Mast lebt oder sich befindet, kann das superschnelle Netz nutzen. Es ist aber nicht nur das Netz der Zukunft für stabile Videostreams und schnelle Downloads aus dem Internet. „Es bildet auch die Grundlage für die fort-schreitende digitale Vernetzung“, so Dr. Jürgen Grüner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld (wfc). Der Aufbau des neuen Netzes sei für den Wirtschaftsstandort ein zentraler Erfolgsfaktor.

„Menschen und Maschinen können mit 5G in Echtzeit kommunizieren“, nennt Stephan Schneider von Vodafone Deutschland den entscheidenden Unterschied zur jetzigen Technik, bei der Daten leicht verzögert überkommen. Der neue Mobilfunkstandard zeichnet sich durch Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 800 Megabit pro Sekunde aus. Und damit ist vieles möglich. Im medizinischen Sektor zum Beispiel: „Wenn bei einer Operation international Fachärzte hinzugezogen werden, kann nahezu in Echtzeit von allen das Geschehen verfolgt werden“, so Schneider.

Landrat Schulze Pellengahr nannte als konkretes Beispiel das Projekt, das der Kreis mit dem DRK durchführt. Damit sollen Notärzte noch schneller die Lage überblicken und zum Einsatz kommen können. Voraussetzung sei aber das superschnelle Netz. Das Projekt, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert wird, ist laut Schulze Pellengahr zurzeit in der Konzeptionsphase.

Der weitere Ausbau von 5G soll folgen. „Wir haben im vergangenen Jahr das erste 5G-Netz in Deutschland gestartet“, so Schneider. „Jetzt bringen wir 5G in die Fläche.“ Zurzeit unterstützt die wfc die Netzbetreiber bei der Analyse der Versorgungssituation und bei der Suche nach passenden Standorten.

Ein 70 Meter hoher Mast wie in Dülmen ist dabei keines notwendig. „Der war ja bereits vorhanden“, so Schneider. Auch in den 4G-Vorgänger-Antennen stecke viel Potenzial. An rund einem Dutzend Ortslagen werden zurzeit nach passenden Standorten gesucht. Schneider lobte die Zusammenarbeit im Kreis: „Hier wird gehandelt.“

Aber auch das bisherige Ergebnis – ohne 5G – kann sich sehen lassen. So gehört der Kreis Coesfeld beim Mobilfunkstandard LTE zu den zehn bestversorgten Landkreisen in Deutschland, trug Grüner aus der Studie der Aachener Unternehmensberatung Umlaut AG vor.

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