Der „Wiesefix“ für die Mahgutübertragung ist da
Elegant Saatgut abernten

Kreis Coesfeld. Grünland und Wegesränder anzureichern, indem das Saatgut heimischer Pflanzenarten eingebracht wird, und dadurch heimische Pflanzengesellschaften zu erhalten und gezielt zu fördern – das ist das gemeinsame Ziel von Kreisverwaltung und Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld. Das erfolgt bewusst nicht durch das Ausbringen von fertigen Saatgutmischungen, sondern durch eine Mahdgutübertragung. Dabei werden artenreiche Spenderflächen gemäht, und das Mahdgut wird dann auf ausgewählte Empfängerflächen aufgetragen.

Samstag, 11.07.2020, 07:00 Uhr
Der „Wiesefix“ für die Mahgutübertragung ist da: Elegant Saatgut abernten
Freuen sich über den Wiesefix: v.l. Alexander Breitkopf (Naturschutzzentrum), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Christoph Steinhoff (Kreis Coesfeld), Umweltausschussvorsitzender Dr. Thomas Wenning und Thomas Zimmermann (Naturschutzzentrum). Foto: az

„Dadurch ist sichergestellt, dass nur lokal heimische Arten in der Landschaft ausgebracht werden“, erläutert Thomas Zimmermann vom Naturschutzzentrum. Bis vor Kurzem wurde dafür schweres Gerät benötigt. Doch die Zeiten sind nun vorbei, seitdem die Untere Naturschutzbehörde den „Wiesefix“ angeschafft hat. „Der Wiesefix ist ein Saatgutsammelgerät, das von einer Person bedient wird und selbstfahrend das Saatgut aberntet.

„Das Gerät streift mit einer rotierenden Bürste die reifen Samenkörner von den Pflanzen und sammelt diese in einem Auffangbehälter“, schildert Christoph Steinhoff von der Unteren Naturschutzbehörde die Funktionsweise des Sammlers.

Nach der Lieferung fand eine mit Spannung erwartete Probebeerntung auf einer Streuobstwiese bei Nottuln-Darup statt. Der Probelauf verlief äußerst zufriedenstellend. Zur Beruhigung aller Beteiligten wurde festgestellt, dass der Sammler nicht nur mit den Pflanzen, sondern auch mit den kleinen Insekten schonend umgeht. „Auch unter Klimaschutzgesichtspunkten ist der Wiesefix ein Gewinn, da der Einsatz energieintensiven Großgeräts nicht mehr erforderlich sein wird“, so Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Das Gerät wurde vom Preisgeld des Stiftungspreises „Landschaf(f)t 2019“ angeschafft, den der Kreis Coesfeld im Jahr 2019 als bundesweit erst sechstem Landkreis von der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft verliehen bekam.

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