Die meisten Sportabzeichen landesweit abgelegt
Gewonnen – zum 13. Mal in Folge

Kreis Coesfeld. Der Kreis Coesfeld hat es wieder geschafft: Zum 13. Mal hintereinander oben auf dem Treppchen. Mit 8203 abgelegten Sportabzeichen im Jahr 2019 steht der Kreis Coesfeld landesweit auf Platz 1 – vor Gütersloh (2. Platz) und Borken (3. Platz). Umgerechnet auf die Einwohner haben 3,73 Prozent ein Sportabzeichen erworben. „Ich freue mich sehr über diese Leistung“, so Sportabzeichen-Beauftragter Klaus Becker vom Kreissportbund. Eine Siegerehrung auf Landesebene gab es diesmal bei dem Wettbewerb des Landessportbunds allerdings nicht – wegen Corona. „Wir haben uns entschlossen, dann auch die Ehrung auf Kreisebene abzusagen“, bedauert Becker. Sonst fand in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Westmünsterland immer eine große Ehrung statt.

Freitag, 10.07.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 11:24 Uhr
Die meisten Sportabzeichen landesweit abgelegt: Gewonnen – zum 13. Mal in Folge
Das Rennen um Gold hat sich gelohnt: Im Kreis Coesfeld wurden erneut landesweit die meisten Sportabzeichen abgelegt, und das schon zum 13. Mal hintereinander. Die Siegerehrungen fallen wegen Corona aus. Foto: Archiv

7030 Sportabzeichen hätten bereits ausgereicht für die Titelverteidigung auf Landesebene. Gütersloh als Zweitplatziertem fehlen in Relation zu seiner Bevölkerungszahl fast 2000, Borken als dem Drittplatzierten schon 2400 Sportabzeichen, „um uns vom ersten Platz in NRW zu verdrängen“, hat „Mister Sportabzeichen“ Klaus Becker ausgerechnet. Die Jüngsten, die Gold, Silber oder Bronze geschafft haben, waren sechs Jahre alt, der Älteste 89.

Die meisten Sportabzeichen wurden in Coesfeld (1757), in Lüdinghausen (1525) und in Dülmen (1167) abgelegt. Das sind in diesen drei Kommunen mit 4450 Sportabzeichen fast 55 Prozent.

Weit über der Kreisquote von 3,73 Prozent liegen Lüdinghausen (6,2 Prozent), Coesfeld (4,85), Billerbeck (4,81), Senden (4,72), Rosendahl (4,3) und Havixbeck (4,13). Unterm Durchschnitt sind Ascheberg (3,1), Dülmen (2,5), Nordkirchen (2,1), Nottuln (1,9) und Olfen (1,7).

Fast genau 500 autorisierte Prüfer in den Schulen und Sportvereinen sowie in anderen Organisationen engagieren sich und nehmen die Leistungen ab, auch dafür drückt Becker seinen Dank aus.

Becker hofft, dass noch viele Schüler das Sportabzeichen in diesem Jahr absolvieren. Bislang sieht es damit nämlich gar nicht gut aus, weil die Schulen wegen Corona so lange geschlossen waren. „So wurden auch kaum Sportabzeichen abgenommen“, sagt Becker. Das Treppchen im nächsten Jahr ist von daher noch in weiter Ferne.

Die besten Schulen und Vereine

Grundschulen bis 150 Schüler

1. St.-Mauritius-Schule, Hausdülmen (94,6 %); 2. St.-Georg-Schule, Hiddingsel (63,4%); 3. Sebastian-Schule, Darup (59,2 %)

Grundschulen 151 - 190 Schüler

1. Ludgerischule, Coesfeld (100 %); 2. Kardinal-von-Galen Schule, Lette (73,9 %); 3. Nikolausschule, Holtwick (55,6 %).

Grundschulen 191 - 250 Schüler

1. Maria-Frieden Schule, Coesfeld (85,1 %); 2. Lambertischule, Coesfeld (63,8 %); 3. Astrid-Lindgren Schule, Nottuln (62 %); 4. Martin-Luther Schule, Coesfeld (61,97 %); 5. Ludgerischule, Lüdinghausen (61,94 %).

Grundschulen 251 -350 Schüler

1. Bonhoefferschule, Senden (106 %); 2. Marienschule, Seppenrade (101,5 %); 3. Aanna-Katharina-Emmerick Verbundschule, Dülmen (79,6 %).

Grundschulen über 350 Schüler

1. Lambertusschule, Ascheberg (71,6 %); 2. Baumbergeschule, Havixbeck (58,1 %); 3. Paul-Gerhardt Schule Verbund, Dülmen (52,3 %).

Förderschulen

1. Pestalozzischule Dülmen/Coesfeld (26,6 %).

Haupt-, Sekundar- und Gemeinschaftsschulen

1. Sekundarschule, Lüdinghausen (37,7 %); 2. Edith-Stein Hauptschule, Senden (29 %); 3. Sekundarschule Rosendahl (21,4 %). Gesamtschulen 1. Anne-Frank Schule, Havixbeck (20,7 %).

Berufskollegs

1. Liebfrauenschule, Coesfeld (3,1 %)

Gymnasien

1. Gymnasium Nepomucenum, Coesfeld (64,7 %); 2. Städt. Heriburg Gymnasium, Coesfeld (48,6 %); 3. Priv. Gymnasium Canisianum, Lüdinghausen (42,5 %).

Sportvereine

bis 500 Mitglieder

1. SG Hergeth Hollingworth, Dülmen (86,2 %).

Sportvereine 501 - 1000 Mitglieder

1. SV Fortuna Seppenrade, Lüdinghausen (21,6 %).

Sportvereine 1001 - 1500 Mitglieder

1. ASV Senden (12,6 %); 2. SV Turo Darfeld (11,7 %); 3. SC Blau Weiß Ottmarsbocholt, Senden (9,9 %); 4. SV Schwarz-Weiß Holtwick (9,9 %).

Sportvereine über 2500 Mitglieder

1. DJK VfL Billerbeck (14,3 %).

„Jedes Mal eine Herausforderung“

Kreis Coesfeld. „Mister Sportabzeichen“ Klaus Becker freut sich über die Leistungen der Schüler, Vereins- und Freizeitsportler. Der 80-Jährige ist bereits seit 53 Jahren ehrenamtlich als Sportabzeichenbeauftragter beim Kreissportbund tätig. Und legt natürlich selber Jahr für Jahr das Sportabzeichen ab. In Gold. Silber kommt für ihn nicht in die Tüte. Unser Redaktionsmitglied Viola ter Horst sprach mit dem Coesfelder.

Zum 13. Mal Spitzenreiter in NRW – wie fühlt sich das an?

Klaus Becker: Super, ich bin da schon stolz drauf. Wer schafft das schon dreizehn Mal hintereinander? Schade, dass es diesmal keine Ehrung geben kann, aber das akzeptiere ich voll und ganz. Es ist wegen Corona nicht möglich, und deswegen habe auch ich die Siegerehrung auf Kreisebene absagen müssen.

Neuer Start, neues Glück im nächsten Jahr?

Becker: Das wird diesmal sehr schwierig – wegen Corona. Sonst hatten die Schüler um diese Zeit bereits sehr viele Sportabzeichen absolviert. Das ist alles ausgefallen, weil die Schulen ja so lange geschlossen waren. Ich hoffe, dass das jetzt für einige ein Wachrüttler ist. Der Erfolg wird übrigens auch belohnt mit Geldpreisen für die Klassenkassen. Die meisten Sportabzeichen kommen durch die Schulen bei uns im Kreis Coesfeld zusammen. Das ist in anderen Kreisen anders, da sind es oft Vereinssportler, die am meisten Sportabzeichen ablegen. Deswegen befürchte ich, dass wir im nächsten Jahr vielleicht erstmals nicht auf dem Treppchen stehen.

Haben Sie auch wieder das Sportabzeichen abgelegt?

Becker: Ja. Für mich ist es die 63. erfolgreiche Prüfung. Die Mitteilung über den 13. Landessieg war neben der Belohnung für die viele Zeit, die ich in die Beurkundung und in die Verleihungen des Sportabzeichens gesteckt habe, auch ein schönes Geburtstagsgeschenk für mich.

Warum machen Sie das?

Becker: Für mich ist das nicht nur eine Überprüfung der Fitness, sondern auch der Vielfältigkeit. Wer das Sportabzeichen schaffen will, muss in allen Sportarten ein bisschen was können, nicht nur in seiner Disziplin. Für mich ist es jedes Mal eine besondere Herausforderung, dass ich auch da die erforderliche Leistung bringe, wo ich nicht ganz so gut bin.

Angemerkt

Chapeau! Ohne das Engagement von „Mister Sportabzeichen“, wie Klaus Becker bezeichnenderweise auch gerufen wird, wäre der Kreis auf Landesebene sicher nicht so erfolgreich. Schon seit 53 Jahren ist er ehrenamtlich in Sachen Sportabzeichen für den Kreissportbund tätig – und hat dabei auch den einen oder anderen Sportmuffel zum Laufen gebracht. Und selber ist der 80-Jährige fit genug für Gold. Dass so viele tausend Sportabzeichen abgelegt werden, ist aber auch dem Engagement vieler Lehrer zu verdanken, die sich darum kümmern, dass in ihren Schulen die Kinder und Jugendlichen für Gold, Silber oder Bronze schwitzen. Doch auch Nachbarschaften, Cliquen oder Kollegen aus Betrieben haben die Möglichkeit dazu. Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht Voraussetzung. So schwer ist es nicht. Aber auch nicht einfach. Und weckt immer wieder den Ehrgeiz, die eigene Leistung zumindest zu halten oder zu überbieten. Dazu eine große Bandbreite an Auswahlmöglichkeiten und Alternativen, um sich in Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit zu testen. Das alles macht den Fitness-Orden sympathisch. Eine prima Sache – auch für Ungeübte, mit Sport anzufangen. Viola ter Horst

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